+2006-10-25 Mi 23:00

dritter Tag mit Marco

Am Vormittag fahren wir zum Mercado Molino und kaufen dort Schuhe für unsere beiden Söhne, ein Badewandl, eine Thermoskanne und Spielzeugautos. Alles zu sehr günstigen Preisen.

Nach dem Mittagessen wollen wir auf dem Standesamt in der Municipalidad die bestellten und für heute versprochenen "Constancias" abholen, aber natürlich sind sie noch nicht fertig. Also wieder heim. Francisco lässt sich leider nicht zu einer Siesta überreden, aber spielt alleine, so dass wir uns wenigstens ein bisserl ausruhen können. Wir kämpfen immer noch mit der Höhe.

Um 16:30 Uhr besuchen wir unseren Marco dann zum dritten Mal im Kinderheim und dürfen heute auch das Heim besichtigen und fotografieren und filmen. Marco läuft heute sofort strahlend auf uns zu und redet heute auch schon ein bisserl was.




Die Hermana Emilia (Madre) zeigt uns alles im Kinderheim, das eigentlich nur ein Durchgangsheim ("transitorio") ist. Ausserdem ist es ein Comedor für 400 Kinder, d.h. sie kommen täglich zum Mittagessen. Im Heim selber sind ca. 40 Kinder, davon sehr viele Pflegekinder, die wahrscheinlich irgendwann wieder zu ihren Eltern zurückgehen. Momentan sind dort 8 Kinder zur Adoption.

Die Kinder schlafen getrennt nach Alter und (ausser 0-2) nach Geschlecht. Marco schläft noch bei den ganz Kleinen, weil er wg. seinen Weinkrämpfen (starkes Weinen mit Atemstillstand bis er blau anläuft) lange behandelt wurde. Das ist auch der Grund, warum er noch nicht sauber ist. Das wiederholt sie immer wieder, es ist ihr fast peinlich. Die anderen Kinder sind schon mit 1,5 bis 2 Jahren sauber!

Sie erzählt uns auch detailliert Marcos Tagesablauf und seine Essgewohnheiten. Er schläft von 18:30 bis 06:00 durch. Er schläft mit seinem Milchfläschchen ein. In der Früh springt/klettert er mit seinen Freunden von Kinderbettchen zu Kinderbettchen. Ein ganz schöner Treibauf!

Die Kleidung, die er anhat, ist übrigens seine Sonntagskleidung. Deshalb sieht sie wohl auch noch so nagelneu aus. Er läßt sich auch von der Schwester nicht die Jacke ausziehen, ohne zum Weinen anzufangen.

Die Kinder kommen schon auch ab und zu aus dem Heim raus, z.B. gehen sie Sonntags in die Kirche.

Wir schenken dem Heim 3 Spielsachen (Kreisel, Holz-Ringpyramiden, Würfel-Puzzle). Wir erfahren, dass Marco ständig mit einer bestimmten Puppe rumläuft und fragen, ob wir sie mitnehmen dürfen. Wir dürfen! Marco sagt zu ihr "Mama", wie auch zu praktisch allen weiblichen Personen im Heim und sogar zur Kinderärztin.

Während unseres Rundgangs ist Marco immer an der Hand der Schwester Emilia, aber schaut auch immer zu uns her und lächelt uns an. Viele der anderen Kinder sind ganz fasziniert von uns, wollen hochgehoben werden. Wir haben den Eindruck, sie würden am liebsten sofort mit uns mitgehen.

Anschließend spielen wir mit Francisco und Marco noch 20min im Innenhof, haben viel Spaß und stellen wieder fest, was für ein Schlitzohr Marco ist. Francisco ist wieder total lieb, nimmt ihn auf der Treppe an der Hand oder sagt uns gleich, wenn er was anstellt. Er ist aber auch sehr eifersüchtig und will immer das gleiche machen wie Marco. Um 17:50 Uhr kann Marco sich kaum mehr auf den Beinen halten und wir bringen ihn zurück zur Madre. Er gibt uns allen noch ein Abschiedsbussi.




Wir machen dann noch einen Großeinkauf im sehr schönen Supermarkt "Gato's Market" am Hauptplatz und essen in einem mexikanischen Restaurant (in der Calle Maruri). Das Essen ist nicht schlecht und die Bedienung ist sehr freundlich und zuvorkommend, aber "mexikanisch" schmeckt es nicht gerade. :-)

Bilder von heute: http://familie.spiegl.de/fotos/2006-10-25.dritter.Tag.mit.Marco/

Posted by Andy Spiegl | Permanent Link | Categories: Adoption

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