November 2006 Archives
+2006-11-30 Do 22:46
Reis und Soja
Gestern haben wir Marcela einen
Besuch in ihrem Casa Hogar "José María Izuzquiza"
abgestattet. Vor vier Jahren haben wir (finanziell) mitgeholfen,
ihren Traum eines Behindertenzentrums zu verwirklichen. Wir sind
total erstaunt, wie weit sie inzwischen gekommen ist. Es ist eine
richtig tolle Reha-Klinik geworden! Mit medizinischem Know-How und
Geräten, die nicht mal das lokale Krankhaus hat. Auch die
Schreinerei ist toll eingerichtet! Marcela und ihre Freunde haben
wirklich Erstaunliches geleistet. Die Klinik ist eine Bereicherung
für die ganze Stadt Jaén, und nicht nur für die
Behinderten - auch andere Reha-Patienten kommen nun hierher. Wer
Geld hat, zahlt für die Behandlung, ganz Arme werden aber
kostenlos behandelt. Ansonsten finanzieren sie sich über
internationale Projektgelder. Falls also einer von Euch mal nicht
wissen sollte, wohin mit seinem Geld und eine wirklich sinnvolle
Spende machen will...

Marco und Francisco dürfen auch mal Rollstuhl fahren.

Und auch "unser" Mototaxi gibt es noch:

...wenn auch nicht mehr in ganz so gutem Zustand wie im Mai 2003:

Heute haben wir uns länger mit Ismaél getroffen und seinen Hausbau bewundert. Anschließend sind wir zusammen mit seiner Frau Alisia und Sohn Miguelangel zu den Feldern seines Vaters gefahren. Dort hat Francisco mal den Reisanbau ganz aus der Nähe betrachten können. Auch Soja-Felder gibt es dort. Sojapflanzen hatten wir selber auch noch nicht gesehen.

Auf dem Weg zum gemeinsamen Mittagessen im "Cascada Park" hat Andy mal mit Ismaéls Mototaxi fahren dürfen. Das fährt sich ja ganz anders als ein normales Motorrad! Andy wäre ein paar Mal fast in den Graben gefahren.

Am Nachmittag sind wir in unser ehemaliges Wohnviertel "Las Palmeras". Das hat sich inzwischen ganz schön gemausert. Geteerte Straßen, neue Häuser und ein richtig netter Park.

Die Nachbargrundstücke von "unserem" Haus, auf denen früher Reis getrocknet wurde, sind jetzt auch bebaut, aber wir haben das Haus trotzdem sofort wiedergefunden.
Ganz frech haben wir dann die neuen Mieter angesprochen und durften tatsächlich nochmal reinschauen. Der Garten ist noch fast wie wir ihn verlassen hatten, mit allen Pflanzen, die wir gehegt und gepflegt haben. Auch die von uns gepflanzten Bananen sind noch da und haben scheinbar schon viele Früchte getragen. Insgesamt ist es ein ziemlich komisches Gefühl, wieder hier zu sein
Dann sind wir auch noch zur Kirche unserer ehemaligen Gemeinde gegangen, denen wir damals beim Bau auch etwas unter die Arme gegriffen hatten. Dort hat sich nicht viel verändert. Leider haben wir am Samstag keine Zeit, dort in die Messe zu gehen.
Am Nachmittag und Abend haben wir dann noch viele Freunde besucht und sind auch wieder zum Essen eingeladen worden. Die ganze Woche haben wir nur ein einziges Mal alleine gegessen!

Als die Kinder schlafen, ist Andy nochmal ins Radio gefahren und hat erst lange mit Audinas Sohn (der seiner Mutter immer bei der Nachtwache hilft) geratscht und sich dann wieder in sein altes Büro gesetzt, um ein bisserl zu arbeiten.
Noch mehr Bilder von diesen Tagen:

Marco und Francisco dürfen auch mal Rollstuhl fahren.

Und auch "unser" Mototaxi gibt es noch:

...wenn auch nicht mehr in ganz so gutem Zustand wie im Mai 2003:

Heute haben wir uns länger mit Ismaél getroffen und seinen Hausbau bewundert. Anschließend sind wir zusammen mit seiner Frau Alisia und Sohn Miguelangel zu den Feldern seines Vaters gefahren. Dort hat Francisco mal den Reisanbau ganz aus der Nähe betrachten können. Auch Soja-Felder gibt es dort. Sojapflanzen hatten wir selber auch noch nicht gesehen.

Auf dem Weg zum gemeinsamen Mittagessen im "Cascada Park" hat Andy mal mit Ismaéls Mototaxi fahren dürfen. Das fährt sich ja ganz anders als ein normales Motorrad! Andy wäre ein paar Mal fast in den Graben gefahren.


Am Nachmittag sind wir in unser ehemaliges Wohnviertel "Las Palmeras". Das hat sich inzwischen ganz schön gemausert. Geteerte Straßen, neue Häuser und ein richtig netter Park.

Die Nachbargrundstücke von "unserem" Haus, auf denen früher Reis getrocknet wurde, sind jetzt auch bebaut, aber wir haben das Haus trotzdem sofort wiedergefunden.

Ganz frech haben wir dann die neuen Mieter angesprochen und durften tatsächlich nochmal reinschauen. Der Garten ist noch fast wie wir ihn verlassen hatten, mit allen Pflanzen, die wir gehegt und gepflegt haben. Auch die von uns gepflanzten Bananen sind noch da und haben scheinbar schon viele Früchte getragen. Insgesamt ist es ein ziemlich komisches Gefühl, wieder hier zu sein

Dann sind wir auch noch zur Kirche unserer ehemaligen Gemeinde gegangen, denen wir damals beim Bau auch etwas unter die Arme gegriffen hatten. Dort hat sich nicht viel verändert. Leider haben wir am Samstag keine Zeit, dort in die Messe zu gehen.
Am Nachmittag und Abend haben wir dann noch viele Freunde besucht und sind auch wieder zum Essen eingeladen worden. Die ganze Woche haben wir nur ein einziges Mal alleine gegessen!

Als die Kinder schlafen, ist Andy nochmal ins Radio gefahren und hat erst lange mit Audinas Sohn (der seiner Mutter immer bei der Nachtwache hilft) geratscht und sich dann wieder in sein altes Büro gesetzt, um ein bisserl zu arbeiten.
Noch mehr Bilder von diesen Tagen:
+2006-11-29 Mi 15:26
auf Spanisch und Englisch
Hallo liebe Freunde, queridos amigos,
dear friends,
unser genialer peruanischer Freund Ralph hat einen sehr guten automatischen Übersetzer ausfindig gemacht, mit dem Ihr unseren Blog ab jetzt auch auf Spanisch oder Englisch lesen könnt (Französisch kann das Programm auch, aber wie das geht, überlassen wir Euch als Hausaufgabe
Die Links dazu findet Ihr in der rechten Spalte unter "Links" oder hier: Muchisimas gracias Ralph!
unser genialer peruanischer Freund Ralph hat einen sehr guten automatischen Übersetzer ausfindig gemacht, mit dem Ihr unseren Blog ab jetzt auch auf Spanisch oder Englisch lesen könnt (Französisch kann das Programm auch, aber wie das geht, überlassen wir Euch als Hausaufgabe

Die Links dazu findet Ihr in der rechten Spalte unter "Links" oder hier: Muchisimas gracias Ralph!
+2006-11-27 Mo 23:29
endlich wieder Bilder
Heute früh hat es zwar geregnet,
aber leider kaum abgekühlt, so dass wir auch heute am liebsten
unter der kalten Dusche geblieben wären. Mit Ausnahme von
Marco natürlich. 

Den Vormittag haben wir wieder ganz gemütlich angehen lassen und sind dann ein bisschen in der Stadt spazierengegangen. Jaén kommt uns vor als hätten wir es erst gestern verlassen. Aber ein paar Sachen haben sich doch verändert: manche Einkaufsläden gibt es nicht mehr oder sind umgezogen, viele neue Geschäfte (v.a. DVD- und Handy-Läden, Spielhöllen und Restaurants) sind dazugekommen und das Schönste von allem: einige der schrecklichen Staubpisten sind inzwischen betoniert. Auch die Straße vor dem Radio Marañón schaut jetzt richtig schön aus!
Während Marcos Mittagsschlaf ist Andy mit Francisco im Garten herumgestapft und hat ihm Orangen, Mangos, Carambolas, Yuka und Bananen gezeigt. Francisco hat das sehr interessiert und das Tollste: er hat sich die ganze Zeit mit Andy ausschließlich auf Spanisch unterhalten!
Am Nachmittag haben wir die Familie von Don Juan Guevara besucht, die unsere aufmerksamen Rundbriefleser schon gut kennen und viele von Euch sogar persönlich kennengelernt haben. Wir haben alle Eure Grüße ausgerichtet und sollen jetzt Euch auch ganz lieb von ihnen grüßen.

Bei der ganzen Familie hat sich in der Zwischenzeit viel getan, womit wir ganze Seiten füllen können. Also lieber nur eine kurze Zusammenfassung: die Kinder sind gewachsen, Neyser z.B. ist kaum wiederzuerkennen. Don Juan hat eine neue Frau, die selber 6 Kinder hat - insgesamt haben sie nun also 13! Und Juan ist inzwischen Großvater, denn Claribel (18 Jahre alt) hat einen 7-monatigen Sohn Juan José. Sie lebt mit ihrem Freund zusammen. Auch Haydée hat einen Freund und lebt mit ihm zusammen. Das Haus ist leider noch baufälliger geworden als es vor 3 Jahren schon war. Aber alle sind ganz glücklich, weil sie inzwischen ihren eigenen Kaffeeacker besitzen. 2009 erwarten sie die erste Ernte, die dann hoffentlich auch genug für die Hausrenovierung abwirft.
Francisco und Marco waren begeistert von den Meerschweinchen, die in der Küche herumwuseln und Francisco hat auch nicht schlecht darüber gestaunt, dass sie noch auf einer offenen Feuerstelle kochen.

Während Heidi heute Abend ziemlich gekämpft hat, bis die Herren Söhne endlich eingeschlafen sind, hat Andy sich für Euch die Nacht um die Ohren geschlagen und mit den Bildern der letzten Tage aufgeholt:
Zu den letzten beiden Blogeinträgen haben wir übrigens auch noch ein paar Bildchen hinzugefügt. So und jetzt heißt's auch für Andy ab ins heisse Bett!


Den Vormittag haben wir wieder ganz gemütlich angehen lassen und sind dann ein bisschen in der Stadt spazierengegangen. Jaén kommt uns vor als hätten wir es erst gestern verlassen. Aber ein paar Sachen haben sich doch verändert: manche Einkaufsläden gibt es nicht mehr oder sind umgezogen, viele neue Geschäfte (v.a. DVD- und Handy-Läden, Spielhöllen und Restaurants) sind dazugekommen und das Schönste von allem: einige der schrecklichen Staubpisten sind inzwischen betoniert. Auch die Straße vor dem Radio Marañón schaut jetzt richtig schön aus!
Während Marcos Mittagsschlaf ist Andy mit Francisco im Garten herumgestapft und hat ihm Orangen, Mangos, Carambolas, Yuka und Bananen gezeigt. Francisco hat das sehr interessiert und das Tollste: er hat sich die ganze Zeit mit Andy ausschließlich auf Spanisch unterhalten!
Am Nachmittag haben wir die Familie von Don Juan Guevara besucht, die unsere aufmerksamen Rundbriefleser schon gut kennen und viele von Euch sogar persönlich kennengelernt haben. Wir haben alle Eure Grüße ausgerichtet und sollen jetzt Euch auch ganz lieb von ihnen grüßen.

Bei der ganzen Familie hat sich in der Zwischenzeit viel getan, womit wir ganze Seiten füllen können. Also lieber nur eine kurze Zusammenfassung: die Kinder sind gewachsen, Neyser z.B. ist kaum wiederzuerkennen. Don Juan hat eine neue Frau, die selber 6 Kinder hat - insgesamt haben sie nun also 13! Und Juan ist inzwischen Großvater, denn Claribel (18 Jahre alt) hat einen 7-monatigen Sohn Juan José. Sie lebt mit ihrem Freund zusammen. Auch Haydée hat einen Freund und lebt mit ihm zusammen. Das Haus ist leider noch baufälliger geworden als es vor 3 Jahren schon war. Aber alle sind ganz glücklich, weil sie inzwischen ihren eigenen Kaffeeacker besitzen. 2009 erwarten sie die erste Ernte, die dann hoffentlich auch genug für die Hausrenovierung abwirft.
Francisco und Marco waren begeistert von den Meerschweinchen, die in der Küche herumwuseln und Francisco hat auch nicht schlecht darüber gestaunt, dass sie noch auf einer offenen Feuerstelle kochen.

Während Heidi heute Abend ziemlich gekämpft hat, bis die Herren Söhne endlich eingeschlafen sind, hat Andy sich für Euch die Nacht um die Ohren geschlagen und mit den Bildern der letzten Tage aufgeholt:
- Bilder vom Strand in Máncora
- Besichtigung von Marcos Radio in Sullana
- Besuch von Franciscos Kinderheim und Kinderklinik in Chiclayo
- erster Tag in Jaén - mit Chana, Audina, Paco und Ralph
- zweiter Tag in Jaén - mit den Guevaras
Zu den letzten beiden Blogeinträgen haben wir übrigens auch noch ein paar Bildchen hinzugefügt. So und jetzt heißt's auch für Andy ab ins heisse Bett!
+2006-11-26 So 23:40
viel Herzlichkeit
Vorgestern Nachmittag sind wir
zusammen mit Zoila zu Franciscos Kinderheim und in seine
Geburtsklinik gefahren. Alle konnten sich noch gut an ihn erinnern
und haben sich riesig über unseren Besuch gefreut. Francisco
hatte sehr gemischte Gefühle, die er aber leider nicht richtig
ausdrücken konnte. Er hat es jedenfalls in vollen Zügen
genossen, dass ihn alle so süß fanden (und immer noch
finden) und herzlich empfangen haben. Er sagt, dass er sich an
nichts mehr erinnern kann (kein Wunder), aber als er dann neben
seinem ehemaligen Kinderbettchen stand, kamen ihm wohl doch etwas
seltsame Gefühle. Er hat sich alles ganz genau angeschaut und
viel mit den Fotos verglichen, die wir damals gemacht haben und die
wir ihm ja schon öfters gezeigt haben. Wir haben die
Gelegenheit genutzt, weitere Fotos zu machen und uns Namen
aufzuschreiben, die wir damals vergessen hatten.


Gestern abend sind wir dann nach einer langen, aber erträglichen Busfahrt (neuerdings haben die Busfahrer von Línea strikte Zeitvorgaben bekommen, so dass sie nicht mehr so rasen können wie früher) in Jaén angekommen. Wir hatten Ralph per Mail gebeten, uns am Busterminal abzuholen, aber da stand nicht nur Ralph, sondern auch noch Homero, Audina, José Carrasco und Chana mit ihren 3 Kindern Carlos, Fátima und Carolina. Ein toller Empfang!
Paco hat uns gleich in das schöne und sehr geräumige "Casa de Voluntarios" (Haus für freiwillige Mitarbeiter) einquartiert, so dass wir uns hier netterweise die Hotelkosten sparen und viel mehr Platz für uns haben. Unsere peruanischen Freunde haben uns natürlich auch angeboten, bei ihnen zu wohnen, aber so ist es uns doch lieber, da wir so auch niemand eine Woche lang aus seinem Zimmer/Bett verjagen. Denn ein Gästezimmer o.s.ä. hat hier natürlich keiner und deshalb schlafen Gäste immer bequem im Bett der Gastgeber, die sich in der Zwischenzeit mit ihren Kindern oder Verwandten zusammenquetschen. Eine Selbstverständlichkeit, die in unseren "zivilisierten" Ländern wohl eher selten anzutreffen ist...
Heute früh haben wir dann erstmal saugemütlich ausgeschlafen - so gut es ging, denn die dauernd vorbeirasenden Mototaxis machen einen ziemlichen Radau. Die Kinder waren dann bestens gelaunt, was aber leider nur bis zur obligatorischen Dusche (in Jaén ist's selbst in der Regenzeit heißßßß! 25 bis 30 Grad sind auch in der Nacht ganz normal) anhielt. Marco mag nämlich immer noch keine Duschen, ausser wenn das Wasser mehr als 37 Grad hat.

Mittags waren wir bei Chana eingeladen, dann kurz heim zum Mittagsschlaf und nachmittags zu Audina. Für alle war es eine riesengroße Freude uns wiederzusehen. Wir wissen nicht, womit wir soviel Sympathie verdient haben! Selbst die Kinder - die in den 3 Jahren um EINIGES größer geworden sind - mögen uns immer noch total gern. Carolina, eine der Töchter von Chana, hat uns sogar gebeten, ihre Paten bei ihrem 15.Geburtstages zu sein, der zufällig in diese Woche fällt. Das machen wir natürlich sehr gerne - auch wenn wir noch keine rechte Ahnung haben, was das genau bedeutet, hihi.

Von Audina sind wir dann mit einem Mototaxi (Marco und Francisco sind übrigens total begeistert vom Mototaxi-Fahren!) direkt zum "Restaurante Turístico Berlin" gefahren, wohin uns der Radio-Direktor Paco eingeladen hat. Auch er hat sich sehr über unseren Besuch gefreut, war super gut gelaunt und hat uns begeistert erzählt, was sich in der Zwischenzeit alles im Radio verändert hat. Andys IT-Nachfolger Ralph war auch mit eingeladen und unsere Kinder waren super brav, obwohl die (erneute!) Ratscherei der Erwachsenen für sie furchtbar langweilig gewesen sein muss. Aber sie fanden Paco und Ralph auch sehr sympathisch und das "Carne Seca" (das ist an der Wäscheleine(!) getrocknetes und dann fritiertes Rindfleisch) mit Bananenchips hat ihnen sehr gut geschmeckt. Sogar Marco hat heute mal ganz brav gegessen.

Dank guter Laune, zu langem Mittagsschlaf, drückender Hitze und einer benachbarten Disco (stöhn) sind sie dann nur sehr schwer eingeschlafen, so dass uns auch heute abend wieder keine Zeit bleibt, Euch neue Fotos zu bieten. Sorry! Aber dafür hat Andy an unserem letzten Abend in Chiclayo schon mal angefangen, den Urlaubsvideo zu schneiden. Die ersten 10 Minuten (der Anfang dauert immer am längsten) sind schon fertig, juchhu!
Jaén kommt uns vor als hätten wir es erst gestern verlassen. Aber ein paar Sachen haben sich natürlich schon verändert: manche Einkaufsläden gibt es nicht mehr oder sind umgezogen, viele neue Geschäfte (v.a. Handy- und DVD-Läden, Telefonier-/Internet-Cafes, Fotogeschäfte vom Typ "Ihre Digitalfotos auf Kodakpapier in Sekunden" und Spielcasinos) sind dazugekommen und das Schönste von allem: einige der schrecklichen Staubpisten sind inzwischen betoniert. Auch die Straße vor dem Radio Marañón schaut jetzt richtig schön aus!
Trotz alledem freuen wir uns auch schon wieder sehr auf daheim!


Gestern abend sind wir dann nach einer langen, aber erträglichen Busfahrt (neuerdings haben die Busfahrer von Línea strikte Zeitvorgaben bekommen, so dass sie nicht mehr so rasen können wie früher) in Jaén angekommen. Wir hatten Ralph per Mail gebeten, uns am Busterminal abzuholen, aber da stand nicht nur Ralph, sondern auch noch Homero, Audina, José Carrasco und Chana mit ihren 3 Kindern Carlos, Fátima und Carolina. Ein toller Empfang!
Paco hat uns gleich in das schöne und sehr geräumige "Casa de Voluntarios" (Haus für freiwillige Mitarbeiter) einquartiert, so dass wir uns hier netterweise die Hotelkosten sparen und viel mehr Platz für uns haben. Unsere peruanischen Freunde haben uns natürlich auch angeboten, bei ihnen zu wohnen, aber so ist es uns doch lieber, da wir so auch niemand eine Woche lang aus seinem Zimmer/Bett verjagen. Denn ein Gästezimmer o.s.ä. hat hier natürlich keiner und deshalb schlafen Gäste immer bequem im Bett der Gastgeber, die sich in der Zwischenzeit mit ihren Kindern oder Verwandten zusammenquetschen. Eine Selbstverständlichkeit, die in unseren "zivilisierten" Ländern wohl eher selten anzutreffen ist...
Heute früh haben wir dann erstmal saugemütlich ausgeschlafen - so gut es ging, denn die dauernd vorbeirasenden Mototaxis machen einen ziemlichen Radau. Die Kinder waren dann bestens gelaunt, was aber leider nur bis zur obligatorischen Dusche (in Jaén ist's selbst in der Regenzeit heißßßß! 25 bis 30 Grad sind auch in der Nacht ganz normal) anhielt. Marco mag nämlich immer noch keine Duschen, ausser wenn das Wasser mehr als 37 Grad hat.


Mittags waren wir bei Chana eingeladen, dann kurz heim zum Mittagsschlaf und nachmittags zu Audina. Für alle war es eine riesengroße Freude uns wiederzusehen. Wir wissen nicht, womit wir soviel Sympathie verdient haben! Selbst die Kinder - die in den 3 Jahren um EINIGES größer geworden sind - mögen uns immer noch total gern. Carolina, eine der Töchter von Chana, hat uns sogar gebeten, ihre Paten bei ihrem 15.Geburtstages zu sein, der zufällig in diese Woche fällt. Das machen wir natürlich sehr gerne - auch wenn wir noch keine rechte Ahnung haben, was das genau bedeutet, hihi.

Von Audina sind wir dann mit einem Mototaxi (Marco und Francisco sind übrigens total begeistert vom Mototaxi-Fahren!) direkt zum "Restaurante Turístico Berlin" gefahren, wohin uns der Radio-Direktor Paco eingeladen hat. Auch er hat sich sehr über unseren Besuch gefreut, war super gut gelaunt und hat uns begeistert erzählt, was sich in der Zwischenzeit alles im Radio verändert hat. Andys IT-Nachfolger Ralph war auch mit eingeladen und unsere Kinder waren super brav, obwohl die (erneute!) Ratscherei der Erwachsenen für sie furchtbar langweilig gewesen sein muss. Aber sie fanden Paco und Ralph auch sehr sympathisch und das "Carne Seca" (das ist an der Wäscheleine(!) getrocknetes und dann fritiertes Rindfleisch) mit Bananenchips hat ihnen sehr gut geschmeckt. Sogar Marco hat heute mal ganz brav gegessen.

Dank guter Laune, zu langem Mittagsschlaf, drückender Hitze und einer benachbarten Disco (stöhn) sind sie dann nur sehr schwer eingeschlafen, so dass uns auch heute abend wieder keine Zeit bleibt, Euch neue Fotos zu bieten. Sorry! Aber dafür hat Andy an unserem letzten Abend in Chiclayo schon mal angefangen, den Urlaubsvideo zu schneiden. Die ersten 10 Minuten (der Anfang dauert immer am längsten) sind schon fertig, juchhu!

Jaén kommt uns vor als hätten wir es erst gestern verlassen. Aber ein paar Sachen haben sich natürlich schon verändert: manche Einkaufsläden gibt es nicht mehr oder sind umgezogen, viele neue Geschäfte (v.a. Handy- und DVD-Läden, Telefonier-/Internet-Cafes, Fotogeschäfte vom Typ "Ihre Digitalfotos auf Kodakpapier in Sekunden" und Spielcasinos) sind dazugekommen und das Schönste von allem: einige der schrecklichen Staubpisten sind inzwischen betoniert. Auch die Straße vor dem Radio Marañón schaut jetzt richtig schön aus!
Trotz alledem freuen wir uns auch schon wieder sehr auf daheim!
+2006-11-23 Do 23:47
in Chiclayo
Gestern sind wir wieder in Chiclayo
angekommen. Der Strandurlaub in Máncora war sehr erholsam. Das
Hotel können wir zwar nicht unbedingt weiterempfehlen (es
wäre wunderschön, wenn das Personal etwas motivierter
wäre), aber der Strand ist super und die kleine Stadt ist auch
sehr nett. Für Wellenreiter und Kite-Surfer ist hier
übrigens sehr viel geboten.
Am letzten Tag haben wir uns noch ein Abendessen in einer noblen italienischen Pizzeria (mit deutschem Chef, wie wir dann beim Rausgehen bemerkt haben) gegönnt und - man lese und staune - Erdinger Weißbier getrunken!


Sorry, mehr Fotos vom Strand gibt's momentan noch nicht, da wir noch nicht zum Aussortieren und Ordnen gekommen sind. Dafür ist Andy jetzt endlich mit dem Harry Potter durch! Der Heidi fehlen noch ein paar Kapitel...
Apropos: der "Horrocrux" in der Höhle heißt auf spanisch "guardapelo", aber wir (und unsere peruanischen Freunde) haben keine Ahnung, was das sein soll. Wer kann uns bitte sagen, wie das Ding in der deutschen (oder englischen) Übersetzung heißt?
Am Dienstag sind wir dann wieder nach Piura zurückgefahren und haben am Nachmittag noch Marcos Radio "La Capullana" in Sullana (Nachbarort von Piura) einen Besuch abgestattet. Sehr interessant, was er da treibt! Im Grunde versucht er, alle positiven Eigenschaften des Radio Marañón zu kopieren. Momentan beschränkt sich das noch auf eine absolut unabhängige und recht kritische Nachrichtensendung von 7 bis 8 Uhr, aber geplant sind drei eigenständige Programme: zwei FM-Sender mit Themen für die Jugend bzw. ältere Bevölkerung der Stadt und ein AM-Sender (größere Reichweite) mit Themen speziell für die Landbevölkerung.

Die zwei Probleme sind momentan die neue Gesetzgebung für Radiosender, die es ihm unheimlich erschwert, eine FM-Frequenz zugeteilt zu bekommen. Und die Finanzierung der Sendeanlage. Für die zweite FM-Frequenz muss er nur ein relativ billiges Modul dazukaufen, aber der AM-Sender ist total veraltet und verbraucht viel zu viel Strom, so dass er ihn kaum noch einschaltet. Ein neuer ist mit der momentanen finanziellen Lage nicht drin und wäre auch wenig sinnvoll, da in ein paar Jahren die analoge Radioübertragung durch die digitale abgelöst werden soll und dann schon wieder eine neue Sendeanlage angeschafft werden müsste. Tja, alles nicht so einfach, wenn man sich selbständig macht...
Am nächsten Tag (gestern) sind wir dann so gemütlich wie möglich nach Chiclayo weitergefahren. Wieder 3 Stunden Busfahrt - langsam gewöhnen sich die Kinder an das Vagabundenleben.

Hier sind wir schnurstracks in unser Stammhotel "Hostal Sican" gefahren. Die haben uns auch sofort wiedererkannt und sehr gefreut, dass wir inzwischen zu viert sind. Und das nicht nur, weil sie uns nun ein größeres Zimmer vermieten können. *grins*
Heute haben wir am Vormittag das regionale Adoptionsbüro besucht, über das wir vor 3,5 Jahren unseren lieben Francisco adoptiert haben. Die Damen haben sich auch sehr gefreut, uns - und vor allem Francisco - wiederzusehen. Morgen werden wir in das Kinderheim "Santa María Josefa del Corazón de Jesús Sancho de Guerra" in Ferreñafe fahren, wo wir uns heute schon mal angemeldet haben.
Am Nachmittag haben wir uns von unserer Freundin Zoila interviewen lassen. Sie ist nämlich Journalistin und schreibt gerade einen Zeitungsartikel über Adoption. Dazu will sie uns als Beispiel. Die Kinder haben in der Zwischenzeit sehr nett mit ihrer Tochter Esmeralda gespielt. Nur leider wurde es dann sehr spät, so dass uns unser lieber Marco beim Essen und Schlafengehen einen ziemlichen Terror gemacht hat. An seinem Sturkopf haben wir noch eine ziemliche Nuss zu knacken...
Am Samstag beginnt unsere letzte Etappe: Jaén Und in 2 Wochen geht's dann eh schon wieder heim - Wahnsinn.
Am letzten Tag haben wir uns noch ein Abendessen in einer noblen italienischen Pizzeria (mit deutschem Chef, wie wir dann beim Rausgehen bemerkt haben) gegönnt und - man lese und staune - Erdinger Weißbier getrunken!


Sorry, mehr Fotos vom Strand gibt's momentan noch nicht, da wir noch nicht zum Aussortieren und Ordnen gekommen sind. Dafür ist Andy jetzt endlich mit dem Harry Potter durch! Der Heidi fehlen noch ein paar Kapitel...
Apropos: der "Horrocrux" in der Höhle heißt auf spanisch "guardapelo", aber wir (und unsere peruanischen Freunde) haben keine Ahnung, was das sein soll. Wer kann uns bitte sagen, wie das Ding in der deutschen (oder englischen) Übersetzung heißt?
Am Dienstag sind wir dann wieder nach Piura zurückgefahren und haben am Nachmittag noch Marcos Radio "La Capullana" in Sullana (Nachbarort von Piura) einen Besuch abgestattet. Sehr interessant, was er da treibt! Im Grunde versucht er, alle positiven Eigenschaften des Radio Marañón zu kopieren. Momentan beschränkt sich das noch auf eine absolut unabhängige und recht kritische Nachrichtensendung von 7 bis 8 Uhr, aber geplant sind drei eigenständige Programme: zwei FM-Sender mit Themen für die Jugend bzw. ältere Bevölkerung der Stadt und ein AM-Sender (größere Reichweite) mit Themen speziell für die Landbevölkerung.

Die zwei Probleme sind momentan die neue Gesetzgebung für Radiosender, die es ihm unheimlich erschwert, eine FM-Frequenz zugeteilt zu bekommen. Und die Finanzierung der Sendeanlage. Für die zweite FM-Frequenz muss er nur ein relativ billiges Modul dazukaufen, aber der AM-Sender ist total veraltet und verbraucht viel zu viel Strom, so dass er ihn kaum noch einschaltet. Ein neuer ist mit der momentanen finanziellen Lage nicht drin und wäre auch wenig sinnvoll, da in ein paar Jahren die analoge Radioübertragung durch die digitale abgelöst werden soll und dann schon wieder eine neue Sendeanlage angeschafft werden müsste. Tja, alles nicht so einfach, wenn man sich selbständig macht...
Am nächsten Tag (gestern) sind wir dann so gemütlich wie möglich nach Chiclayo weitergefahren. Wieder 3 Stunden Busfahrt - langsam gewöhnen sich die Kinder an das Vagabundenleben.


Hier sind wir schnurstracks in unser Stammhotel "Hostal Sican" gefahren. Die haben uns auch sofort wiedererkannt und sehr gefreut, dass wir inzwischen zu viert sind. Und das nicht nur, weil sie uns nun ein größeres Zimmer vermieten können. *grins*
Heute haben wir am Vormittag das regionale Adoptionsbüro besucht, über das wir vor 3,5 Jahren unseren lieben Francisco adoptiert haben. Die Damen haben sich auch sehr gefreut, uns - und vor allem Francisco - wiederzusehen. Morgen werden wir in das Kinderheim "Santa María Josefa del Corazón de Jesús Sancho de Guerra" in Ferreñafe fahren, wo wir uns heute schon mal angemeldet haben.
Am Nachmittag haben wir uns von unserer Freundin Zoila interviewen lassen. Sie ist nämlich Journalistin und schreibt gerade einen Zeitungsartikel über Adoption. Dazu will sie uns als Beispiel. Die Kinder haben in der Zwischenzeit sehr nett mit ihrer Tochter Esmeralda gespielt. Nur leider wurde es dann sehr spät, so dass uns unser lieber Marco beim Essen und Schlafengehen einen ziemlichen Terror gemacht hat. An seinem Sturkopf haben wir noch eine ziemliche Nuss zu knacken...
Am Samstag beginnt unsere letzte Etappe: Jaén Und in 2 Wochen geht's dann eh schon wieder heim - Wahnsinn.
+2006-11-16 Do 23:46
Urlaubsreif
Wir sind immer noch in Piura,
besuchen Freunde und Hilfsprojekte, aber morgen tun wir endlich mal
unseren Kindern was Gutes und fahren noch ein Stück weiter
nach Norden, wo die schönsten Strände Perus sind. Und
leider auch die Touristen, aber da am Sonntag in ganz Peru
Kommunalwahlen sind, fallen die peruanischen Touristen schon mal
weg (Wahlpflicht!). Übers Internet (Webseiten und Chats) haben
wir uns das Hotel Sol
y Mar in Máncora rausgesucht. Wir werden dann berichten,
ob (nein dass!) es uns dort auch so gut gefallen hat, wie wir jetzt
hoffen. 
Gestern waren wir mit Gaby und einer Spanierin in dem kleinen Hafenort "La Tortuga" mit einem idyllischen Strand (90km von Piura entfernt, 2 Std größtenteils über Schotterpiste). Zum Baden war das nichts, da die Brandung viel zu stark war und zuviele gefährliche Felsen in Ufernähe sind. Gaby beginnt dort mit der Hilfe der Spanierin gerade ein neues Projekt: sie bauen ein Haus als Anlaufstelle für die örtliche Jugend. Dort sollen bald thematische Gruppen, aber auch Feste stattfinden. Dem Ort geht es eigentlich gar nicht so schlecht (Fischfang, Gasvorkommen), aber es ist wieder mal furchtbar ungleich verteilt: ein paar wenige, die super gut verdienen und sehr viele, die gerade mal genug zum Überleben haben. Ausserdem gibt es kein fliessend Wasser (einmal pro Woche kommt ein Tanklaster) und keinen Strom. Gaby tut was sie kann, um den Jugendlichen neben ihre harten Fischerarbeit (schon ab 9 Jahren fahren sie mit ihren Väter zum Fischen, mit erstaunlichem Geschick auf ganz kleinen Floßen, s.Fotos) eine Schulbildung und eine Perspektive zu ermöglichen.

Das Haupt-Projekt von Gaby ist aber Manitos Creciendo. Hier werden Jugendliche unterstützt, die sich selber nach der Grundschule keine Berufsausbildung leisten können, weil sie schon hart arbeiten mussten, um ihre Familie mit zu ernähren oder mangels Geld für die weitere Ausbildung. Diese Kinder haben bei Manitos die Chance, den Beruf Schneider, Friseur, Koch, Automechaniker zu erlernen und bekommen nebenbei auch noch ganz allgemein wichtige Sachen beigebracht: Sexualkunde, Familienplanung, Englisch, Computer, ...

Dieses Projekt läuft schon seit 5-6 Jahren und wir finden es jedesmal wieder toll, mit wieviel Engagement die Jugendlichen ihre Chance nützen. Inzwischen helfen sogar einige Ehemalige (von denen viele mittlerweile erfolgreich auf eigenen Füßen stehen) ehrenamtlich mit und schaffen dadurch noch zusätzliche Angebote für die gesamte Region (AIDS-Aufklärung, Besuche im Gefängnis, ...). Dafür haben sie sogar schon einen nationalen Preis bekommen!
Wir könnten Euch noch stundenlang von Gabys Projekten, Ideen und ihrem unglaublichen Einsatz für ihre Mitmenschen erzählen. Die Frau ist einfach super!
Heute haben wir es endlich geschafft, uns mit unserem gutem Freund Marco und seiner Freundin Patty zu treffen. Die beiden sind mit ihrer Nachrichtensendung (in der benachbarten Stadt Sullana) mehr als beschäftigt. Außerdem unterrichtet Marco auch noch Journalismus in der Universität von Piura. Er hat uns immer erzählt, dass er uns so selten schreibt, weil er so viel zu tun hat, dass er grad noch zum Essen und Schlafen kommt. Und das scheint tatsächlich zu stimmen, uffdada. Da am Sonntag ja Wahlen sind, war diese Woche noch zusätzlich schlecht, aber wenn wir Anfang nächster Woche von unserem Mini-Urlaub zurückkommen, zeigt er uns noch "sein" Radio. Leider gehört es ihm ja nicht. Er hatte ursprünglich vor, selber eine Radiostation zu gründen, aber dann haben sich dummerweise die Gesetze geändert und es wurden so viele Auflagen für neue Radios geschaffen, dass er es sich (vorerst) nicht mehr leisten kann. Daher hat er sich mit einem bestehenden Radio zusammengetan, denen noch eine gute Nachrichtensendung fehlte. Seitdem Marco und Patty das übernommen haben, ist die Zuhörerquote ziemlich angestiegen.

Am Nachmittag haben wir mit Gaby das Armenviertel "La Molina" von Piura besucht, wo zwei junge Spanierinnen als Freiwillige den Kindern Nachhilfeunterricht geben und mit einem behinderten Buben Krankengymnastik machen. Ende des Jahres fahren die beiden aber heim und daher ist Gaby auf der Suche nach einem neuen freiwilligen Physiotherapeuten. Wenn Ihr, liebe Leser, jemanden kennt, der mal eine interessante Auszeit machen will, dann rührt Euch bitte!
Nach Pfannkuchen (natürlich mit Sojamilch) sind die Kinder todmüde ins Bett gefallen und freuen sich auf den Strand. Francisco geht es inzwischen schon wieder ziemlich gut (wenn man von den vielen Mückenstichen am ganzen Körper mal absieht), muss aber noch brav seine Medikamente nehmen.
Und wir melden uns jetzt mal für ein paar Tage ab und wünschen Euch eine schöne kalte Zeit in Deutschland.
Mehr Fotos von gestern und heute: http://familie.spiegl.de/fotos/2006-11-16.Playa.Manitos.Marco/

Gestern waren wir mit Gaby und einer Spanierin in dem kleinen Hafenort "La Tortuga" mit einem idyllischen Strand (90km von Piura entfernt, 2 Std größtenteils über Schotterpiste). Zum Baden war das nichts, da die Brandung viel zu stark war und zuviele gefährliche Felsen in Ufernähe sind. Gaby beginnt dort mit der Hilfe der Spanierin gerade ein neues Projekt: sie bauen ein Haus als Anlaufstelle für die örtliche Jugend. Dort sollen bald thematische Gruppen, aber auch Feste stattfinden. Dem Ort geht es eigentlich gar nicht so schlecht (Fischfang, Gasvorkommen), aber es ist wieder mal furchtbar ungleich verteilt: ein paar wenige, die super gut verdienen und sehr viele, die gerade mal genug zum Überleben haben. Ausserdem gibt es kein fliessend Wasser (einmal pro Woche kommt ein Tanklaster) und keinen Strom. Gaby tut was sie kann, um den Jugendlichen neben ihre harten Fischerarbeit (schon ab 9 Jahren fahren sie mit ihren Väter zum Fischen, mit erstaunlichem Geschick auf ganz kleinen Floßen, s.Fotos) eine Schulbildung und eine Perspektive zu ermöglichen.

Das Haupt-Projekt von Gaby ist aber Manitos Creciendo. Hier werden Jugendliche unterstützt, die sich selber nach der Grundschule keine Berufsausbildung leisten können, weil sie schon hart arbeiten mussten, um ihre Familie mit zu ernähren oder mangels Geld für die weitere Ausbildung. Diese Kinder haben bei Manitos die Chance, den Beruf Schneider, Friseur, Koch, Automechaniker zu erlernen und bekommen nebenbei auch noch ganz allgemein wichtige Sachen beigebracht: Sexualkunde, Familienplanung, Englisch, Computer, ...

Dieses Projekt läuft schon seit 5-6 Jahren und wir finden es jedesmal wieder toll, mit wieviel Engagement die Jugendlichen ihre Chance nützen. Inzwischen helfen sogar einige Ehemalige (von denen viele mittlerweile erfolgreich auf eigenen Füßen stehen) ehrenamtlich mit und schaffen dadurch noch zusätzliche Angebote für die gesamte Region (AIDS-Aufklärung, Besuche im Gefängnis, ...). Dafür haben sie sogar schon einen nationalen Preis bekommen!
Wir könnten Euch noch stundenlang von Gabys Projekten, Ideen und ihrem unglaublichen Einsatz für ihre Mitmenschen erzählen. Die Frau ist einfach super!
Heute haben wir es endlich geschafft, uns mit unserem gutem Freund Marco und seiner Freundin Patty zu treffen. Die beiden sind mit ihrer Nachrichtensendung (in der benachbarten Stadt Sullana) mehr als beschäftigt. Außerdem unterrichtet Marco auch noch Journalismus in der Universität von Piura. Er hat uns immer erzählt, dass er uns so selten schreibt, weil er so viel zu tun hat, dass er grad noch zum Essen und Schlafen kommt. Und das scheint tatsächlich zu stimmen, uffdada. Da am Sonntag ja Wahlen sind, war diese Woche noch zusätzlich schlecht, aber wenn wir Anfang nächster Woche von unserem Mini-Urlaub zurückkommen, zeigt er uns noch "sein" Radio. Leider gehört es ihm ja nicht. Er hatte ursprünglich vor, selber eine Radiostation zu gründen, aber dann haben sich dummerweise die Gesetze geändert und es wurden so viele Auflagen für neue Radios geschaffen, dass er es sich (vorerst) nicht mehr leisten kann. Daher hat er sich mit einem bestehenden Radio zusammengetan, denen noch eine gute Nachrichtensendung fehlte. Seitdem Marco und Patty das übernommen haben, ist die Zuhörerquote ziemlich angestiegen.

Am Nachmittag haben wir mit Gaby das Armenviertel "La Molina" von Piura besucht, wo zwei junge Spanierinnen als Freiwillige den Kindern Nachhilfeunterricht geben und mit einem behinderten Buben Krankengymnastik machen. Ende des Jahres fahren die beiden aber heim und daher ist Gaby auf der Suche nach einem neuen freiwilligen Physiotherapeuten. Wenn Ihr, liebe Leser, jemanden kennt, der mal eine interessante Auszeit machen will, dann rührt Euch bitte!
Nach Pfannkuchen (natürlich mit Sojamilch) sind die Kinder todmüde ins Bett gefallen und freuen sich auf den Strand. Francisco geht es inzwischen schon wieder ziemlich gut (wenn man von den vielen Mückenstichen am ganzen Körper mal absieht), muss aber noch brav seine Medikamente nehmen.
Und wir melden uns jetzt mal für ein paar Tage ab und wünschen Euch eine schöne kalte Zeit in Deutschland.

Mehr Fotos von gestern und heute: http://familie.spiegl.de/fotos/2006-11-16.Playa.Manitos.Marco/
+2006-11-14 Di 22:14
Jetzt ist es doch passiert
Gestern haben wir geschrieben "Mal
schaun, was heute Nacht passiert", und tja, es hat uns leider
wieder erwischt, aber diesmal die Kids im Gesicht - trotz
mehrmaligen Einschmierens.

Auf Andys Fuß kam vielleicht noch der ein oder andere Stich dazu, aber viel Platz war da ja eh nicht mehr (c:
Hier der Vollständigkeit halber auch noch ein Foto:

Heidi blieb (bisher) verschont. Das ist nur gerecht, weil sonst sie immer alles abkriegt.
Ansonsten gibt es von heute nur zu berichten, dass wir auf viel zu schnelle Art Geld losgeworden sind. Wir dachten, wir kennen uns inzwischen gut genug aus, wie der Hase läuft in Peru, aber dieser Trick war uns neu: Beim Geldwechseln (US Dollar in peruanische Soles) hat der Wechsler doch glatt einen manipulierten Taschenrechner gehabt. So hat er für uns Folgendes ausgerechnet:
300 * 3,22 = 823
Vor lauter Konzentrieren darauf, dass die Scheine echt sind und dass wir uns nicht verzählen, haben wir nicht im Kopf nachgerechnet (was ja nun wirklich nicht so schwer gewesen wäre!). Ausserdem hat uns der Typ noch ganz geschickt abgelenkt, indem er uns weiß machen wollte, dass einer der Dollarscheine "zu hell" wäre. All das kam uns zwar schon sehr seltsam und verdächtig vor, aber wir sind einfach nicht draufgekommen, WO der Haken war. Erst dann 20min später beim Mittagessen. Dann war es natürlich schon zu spät. Wir könnten uns so in den Hintern beissen! Die liebe Gaby wollte uns abends noch helfen, zusammen mit einem befreundeten Polizisten des Taxifahrers, aber der Wechsler war schon nicht mehr da, wahrscheinlich beim Feiern. Er hätte es aber sowieso standhaft geleugnet und 100%ig an das Gesicht erinnern können wir uns natürlich auch nicht mehr. Also futsch! Die 140 Soles (ca. 35 Euro) müssen wir in den nächsten Tagen wieder einsparen. Am besten an Marcos Windeln.
Unser einziger
Trost ist, dass wir nicht die einzigen sind. Inzwischen haben von 3
weiteren Opfern dieses Tricks erfahren, darunter sogar 2
Einheimische. Tja, eigentlich wissen wir ja alle, dass man nicht
auf der Straße Geld wechseln sollte, aber ...
Francisco geht es inzwischen schon viel besser. Der Durchfall ist zwar unverändert, aber er ist fieberfrei, nicht mehr so schlapp und auch wieder gut drauf wie eh und je. Marco ist (noch) gesund, aber er hat immer wieder eine andere Art von Durchhängern. Er hat wirklich einen ziemlichen Dickkopf, weint sofort, wenn wir schimpfen, lässt sich von Francisco nur ganz selten mal streicheln und hasst nach wie vor den äusserlichen Kontakt von Wasser (die Nachbarn denken sicher, wir misshandeln unser Kind). Aber er isst inzwischen besser, trinkt viel (kein Wunder bei der Hitze hier! Er ist ja viel kühlere Temperaturen gewöhnt, der Arme), lässt sich gerne kitzeln und lacht dann total nett und hat auch ab und zu mal eine Kuschelphase.
Morgen fahren wir mit Gaby in ein Fischerdorf ("La Tortuga") an der Küste, aber zum Baden ist's hier leider zu kühl.

Auf Andys Fuß kam vielleicht noch der ein oder andere Stich dazu, aber viel Platz war da ja eh nicht mehr (c:
Hier der Vollständigkeit halber auch noch ein Foto:

Heidi blieb (bisher) verschont. Das ist nur gerecht, weil sonst sie immer alles abkriegt.
Ansonsten gibt es von heute nur zu berichten, dass wir auf viel zu schnelle Art Geld losgeworden sind. Wir dachten, wir kennen uns inzwischen gut genug aus, wie der Hase läuft in Peru, aber dieser Trick war uns neu: Beim Geldwechseln (US Dollar in peruanische Soles) hat der Wechsler doch glatt einen manipulierten Taschenrechner gehabt. So hat er für uns Folgendes ausgerechnet:
300 * 3,22 = 823
Vor lauter Konzentrieren darauf, dass die Scheine echt sind und dass wir uns nicht verzählen, haben wir nicht im Kopf nachgerechnet (was ja nun wirklich nicht so schwer gewesen wäre!). Ausserdem hat uns der Typ noch ganz geschickt abgelenkt, indem er uns weiß machen wollte, dass einer der Dollarscheine "zu hell" wäre. All das kam uns zwar schon sehr seltsam und verdächtig vor, aber wir sind einfach nicht draufgekommen, WO der Haken war. Erst dann 20min später beim Mittagessen. Dann war es natürlich schon zu spät. Wir könnten uns so in den Hintern beissen! Die liebe Gaby wollte uns abends noch helfen, zusammen mit einem befreundeten Polizisten des Taxifahrers, aber der Wechsler war schon nicht mehr da, wahrscheinlich beim Feiern. Er hätte es aber sowieso standhaft geleugnet und 100%ig an das Gesicht erinnern können wir uns natürlich auch nicht mehr. Also futsch! Die 140 Soles (ca. 35 Euro) müssen wir in den nächsten Tagen wieder einsparen. Am besten an Marcos Windeln.
Unser einziger
Trost ist, dass wir nicht die einzigen sind. Inzwischen haben von 3
weiteren Opfern dieses Tricks erfahren, darunter sogar 2
Einheimische. Tja, eigentlich wissen wir ja alle, dass man nicht
auf der Straße Geld wechseln sollte, aber ...Francisco geht es inzwischen schon viel besser. Der Durchfall ist zwar unverändert, aber er ist fieberfrei, nicht mehr so schlapp und auch wieder gut drauf wie eh und je. Marco ist (noch) gesund, aber er hat immer wieder eine andere Art von Durchhängern. Er hat wirklich einen ziemlichen Dickkopf, weint sofort, wenn wir schimpfen, lässt sich von Francisco nur ganz selten mal streicheln und hasst nach wie vor den äusserlichen Kontakt von Wasser (die Nachbarn denken sicher, wir misshandeln unser Kind). Aber er isst inzwischen besser, trinkt viel (kein Wunder bei der Hitze hier! Er ist ja viel kühlere Temperaturen gewöhnt, der Arme), lässt sich gerne kitzeln und lacht dann total nett und hat auch ab und zu mal eine Kuschelphase.
Morgen fahren wir mit Gaby in ein Fischerdorf ("La Tortuga") an der Küste, aber zum Baden ist's hier leider zu kühl.
+2006-11-13 Mo 23:53
Nicht nur Fieber
Erst die gute Nachricht: wenn jemand
von Euch mal nach Piura kommt und einen guten Kinderarzt sucht, wir
können Euch jetzt einen empfehlen: Dr. Jorge Delgado
Die schlechte Nachricht ist, dass Francisco nicht nur Fieber hat, sondern auch noch Bakterien, Amöben und Eiter im Bäuchlein. Die Amöben (im spanischen "Ameba coli" - was auch immer das dann genau ist) sind gar keine netten Viecher und können angeblich auf Dauer Löcher in den Darm beissen. Wo er sich die eingefangen hat, können wir uns nicht erklären, aber wohl ziemlich sicher durch Kontakt mit schmutzigem Wasser. Dabei trinken wir doch eh nur Flaschenwasser, selbst zum Zähneputzen und Gemüsewaschen.

Wir haben uns jedenfalls nicht lange zu Antibiotika und Anti-Amöben-Mittelchen überreden lassen müssen. Ausserdem kriegt er gleich noch was zum Aufbau der Darmflora, zum Senken des Fiebers und Elektrolyte. Inzwischen geht es tatsächlich schon etwas besser (das muss aber wohl ein psychologischer Effekt sein) und er hat abends direkt wieder was gegessen. Gaby hat uns aber auch wirklich was Gutes gekocht!
Also ausser dass wir heute viel Zeit im Wartezimmer und Taxis (3 Stuhlproben!) verbracht haben, gibt es von heute nichts besonderes zu berichten. Ach doch: abends hat uns überraschenderweise der Jesuitenpater Juan besucht. Er ist ein langjähriger guter Freund von Paco - auch ein Spanier, der schon seit Jahrzehnten hier in Piura ist. Man nennt ihn "El Mudo" (=der Stumme), denn er redet wie ein Wasserfall.
Aber ein total netter Kerl. Er hatte schon (wohl von
Gaby oder Paco) von unserer Adoption gehört und dass wir
praktisch die Ersten waren, die Gabys Projekt Manitos
Creciendo gesehen und sogar ein bisschen mit aufgebaut haben.
Da wollte er uns mal wieder sehen. Er hat immer wieder "Son
geniales!" (= Ihr seid genial) gesagt. Obwohl wir das nun wirklich
nicht verdient haben, tut es der Seele irgendwie einfach trotzdem
gut, wenn man so über den Schelln König gelobt wird.
(c;

Unser Freund und Radio-Direktor Paco Muguiro hat übrigens gestern sein 50-jähriges Jubiläum in der "CIA" (lokaler Spitzname für den Jesuitenorden "Compañía de Jesús") gefeiert. Herzlichsten Glückwunsch!
Und noch was für die Akten: Andy hat heute früh ca. 35 Mückenstiche an seinem linken Fuß gezählt. Gott sei Dank ist er relativ kratzresistent und die Stiche jucken auch nicht allzu schlimm. Mal schaun, was heute Nacht passiert...
Noch ein paar Fotos: http://familie.spiegl.de/fotos/2006-11-13.bei_Gaby/
Die schlechte Nachricht ist, dass Francisco nicht nur Fieber hat, sondern auch noch Bakterien, Amöben und Eiter im Bäuchlein. Die Amöben (im spanischen "Ameba coli" - was auch immer das dann genau ist) sind gar keine netten Viecher und können angeblich auf Dauer Löcher in den Darm beissen. Wo er sich die eingefangen hat, können wir uns nicht erklären, aber wohl ziemlich sicher durch Kontakt mit schmutzigem Wasser. Dabei trinken wir doch eh nur Flaschenwasser, selbst zum Zähneputzen und Gemüsewaschen.

Wir haben uns jedenfalls nicht lange zu Antibiotika und Anti-Amöben-Mittelchen überreden lassen müssen. Ausserdem kriegt er gleich noch was zum Aufbau der Darmflora, zum Senken des Fiebers und Elektrolyte. Inzwischen geht es tatsächlich schon etwas besser (das muss aber wohl ein psychologischer Effekt sein) und er hat abends direkt wieder was gegessen. Gaby hat uns aber auch wirklich was Gutes gekocht!
Also ausser dass wir heute viel Zeit im Wartezimmer und Taxis (3 Stuhlproben!) verbracht haben, gibt es von heute nichts besonderes zu berichten. Ach doch: abends hat uns überraschenderweise der Jesuitenpater Juan besucht. Er ist ein langjähriger guter Freund von Paco - auch ein Spanier, der schon seit Jahrzehnten hier in Piura ist. Man nennt ihn "El Mudo" (=der Stumme), denn er redet wie ein Wasserfall.
Aber ein total netter Kerl. Er hatte schon (wohl von
Gaby oder Paco) von unserer Adoption gehört und dass wir
praktisch die Ersten waren, die Gabys Projekt Manitos
Creciendo gesehen und sogar ein bisschen mit aufgebaut haben.
Da wollte er uns mal wieder sehen. Er hat immer wieder "Son
geniales!" (= Ihr seid genial) gesagt. Obwohl wir das nun wirklich
nicht verdient haben, tut es der Seele irgendwie einfach trotzdem
gut, wenn man so über den Schelln König gelobt wird.
(c;

Unser Freund und Radio-Direktor Paco Muguiro hat übrigens gestern sein 50-jähriges Jubiläum in der "CIA" (lokaler Spitzname für den Jesuitenorden "Compañía de Jesús") gefeiert. Herzlichsten Glückwunsch!
Und noch was für die Akten: Andy hat heute früh ca. 35 Mückenstiche an seinem linken Fuß gezählt. Gott sei Dank ist er relativ kratzresistent und die Stiche jucken auch nicht allzu schlimm. Mal schaun, was heute Nacht passiert...
Noch ein paar Fotos: http://familie.spiegl.de/fotos/2006-11-13.bei_Gaby/
+2006-11-12 So 23:58
endlich wieder Sommer
Nach einer recht angenehmen Fahrt mit
dem "Bus Cama" (Cama = Bett) durch die Nacht sind wir jetzt in
Piura - fast ganz oben im Norden von Peru. Am Anfang tat es richtig
gut, dass es hier schön warm ist, aber nach einem halben Tag
reicht es uns fast schon wieder
Selbst jetzt
mitten in der Nacht hat es noch 27 Grad. Und an die Mücken
müssen wir uns auch erst wieder gewöhnen.
Aber sonst geht es uns hier bestens. Unsere Freundin Gaby hat uns königlich empfangen und uns ihre hübsche Wohnung komplett zur Verfügung gestellt. Sogar einen kostenlosen Internet-Anschluss (WLAN vom Nachbarn) haben wir hier.
Francisco ist es leider sogar noch etwas heisser als uns. Der Arme hat 39,5°C Fieber! Und der arme Marco ist von Cusco solche Temperaturen natürlich auch nicht gewöhnt und schwitzt ziemlich. Allzu lange werden wir hier aber eh nicht bleiben. Mal schaun, ob wir an den Strand kommen...

Noch ein paar Fotos: http://familie.spiegl.de/fotos/2006-11-12.Busfahrt.Piura/
Selbst jetzt
mitten in der Nacht hat es noch 27 Grad. Und an die Mücken
müssen wir uns auch erst wieder gewöhnen.Aber sonst geht es uns hier bestens. Unsere Freundin Gaby hat uns königlich empfangen und uns ihre hübsche Wohnung komplett zur Verfügung gestellt. Sogar einen kostenlosen Internet-Anschluss (WLAN vom Nachbarn) haben wir hier.
Francisco ist es leider sogar noch etwas heisser als uns. Der Arme hat 39,5°C Fieber! Und der arme Marco ist von Cusco solche Temperaturen natürlich auch nicht gewöhnt und schwitzt ziemlich. Allzu lange werden wir hier aber eh nicht bleiben. Mal schaun, ob wir an den Strand kommen...

Noch ein paar Fotos: http://familie.spiegl.de/fotos/2006-11-12.Busfahrt.Piura/
+2006-11-10 Fr 23:59
Juchhu, Fertig!
Sodala, gestern abend hab ich (Andy)
mir mal einen "freien" Abend gegönnt und nichts am PC gemacht,
sondern auch mal im Harry Potter gelesen. Das tut nicht nur meinem
Spanisch gut.
Daher gibt's hier jetzt den Bericht von gestern und
heute. Es ist wirklich VIEL passiert! Wer nicht alles lesen will,
hier eine Zusammenfassung:
Juchhu, WIR SIND FERTIG mit dem Papierkrieg und fahren in
der Nacht von Samstag auf Sonntag nach Piura rauf. Damit beginnt
der hoffentlich erholsamere Teil unserer Reise.
Um 9:30 Uhr begann unsere Taxi-Rundfahrt durch alle Ämter in Lima. Überall standen wie üblich sehr viele Leute in ewig langen Schlangen an, aber dank unserer Kinder brauchten wir fast nirgends anstehen, puh! Denn Behinderte, Schwangere und Eltern mit kleinen Kindern dürfen hier immer vor. Eine wirklich nachahmenswerte Regelung!
Zuerst sind wir zu "Migraciones" gefahren, um einen Pass für Marco ausstellen zu lassen. Dazu brauchten wir vorher aber noch Fotokopien von unseren Pässen und mussten erst in der "Banco de la Nacion" eine Gebühr bezahlen. Zusammen mit diesen Zetteln wurden wir dann in die Halle "Revisión de Documentos" reingelassen. Nachdem wir eine noch fehlende Kopie (der Passseiten mit den Einreisestempeln) nachgeliefert hatten, durften wir mit unseren Kids an dem Wartesaal (mit bestimmt 200 Leuten - ca. 1-2 Std. Wartezeit) vorbeimarschieren und uns direkt an das Fensterchen stellen, wo Marcos Daten eingegeben wurden. Papa und Sohn mussten dort auch einen Fingerabdruck machen. Die Beamtin war aber leider nicht grad die hellste. Zum Beispiel hat sie ins Adressfeld "Distrikt Chancay" (weit weg von Lima!) statt "Straße Chancay" eingetragen und dann wollte sie unbedingt Heidis zweiten Vornamen "Maria" eintragen, weil ihr "Heidrun" zu kompliziert war. Es hat ein ganzes Weilchen gedauert, bis wir ihr klarmachen konnten, dass wir das so wirklich nicht in Ordnung finden. Sonst nehmen die peruanischen Behörden doch immer alles super genau!
Dann war Marco wieder selber gefragt: er musste kurz stillsitzen und in die richtige Richtung schauen, um ein (digitales) Foto von sich machen zu lassen. Und das war's dann auch schon. Nur 2 Stunden später bekamen wir seinen Pass ausgehändigt!
In der Zwischenzeit sind wir aber gleich weiter zu RENIEC gefahren, um dort die Unterschrift der Standesbeamtin in Cusco beglaubigen zu lassen. Auch dazu mussten wir wieder Vorarbeit leisten (diverse Fotokopien, Gebühren in der Bank) und durften dann aber wieder an all den langen Schlangen vorbei. Abholen konnten wir sie aber nicht am gleichen Tag, sondern erst morgen früh. Das ist aber schon viel besser als vor drei Jahren - da hat's noch zwei ganze Tage gedauert.
Da es jetzt erst 12 Uhr war, sind wir gleich noch zum Aussenministerium gefahren und haben 4 wichtige Dokumente in vielen Ausfertigungen zum Beglaubigen abgegeben. (insgesamt 23 Unterschriften zu je 21,93 Soles, uff)
Danach schnell ganz ohne Wartezeit bei "Migraciones" den fertigen Pass abgeholt und wieder "heim" zum Mittagessen und Siesta der Kinder.
Andy ist dann allein zum Aussenministerium gefahren, um die fertigen Beglaubigungen abzuholen und danach haben wir uns als letzte Aktion für heute noch bei einem der "offiziellen" Fotografen in einem ganz anderen Stadtteil Limas getroffen, um die geforderten "biometrietauglichen Fotos" für das deutsche Visum machen zu lassen. Das hat auch gut geklappt und war nicht mal sehr teuer (8 Soles (=2 Euro) für 2 Fotos).
Puh, damit war an diesem einen Tag schon mal sehr viel geschehen und wir beschlossen, uns noch ein bisschen in Miraflores zu erholen. Erst wollten wir unseren Jesuiten-Freund Sixto besuchen und ihm Marco vorstellen, aber der lag grad mit Grippe im Bett. Also sind wir ein bisserl am Ufer entlangspaziert und einen Spielplatz (wieder)entdeckt. Das war eine SEHR willkommene Abwechslung für Francisco und Marco. Marco hat den Sand erst SEHR skeptisch begutachtet und vorsichtshalber ein paar Tränen vergossen, aber war dann schnell ganz begeistert, hihi. Und schließlich haben wir dann noch ein paar Freunde aus dem Radio Marañón besucht, die inzwischen in Lima wohnen: Olinda und Carlos haben sich sehr gefreut, uns zu sehen und die Kinder haben auch nett miteinander gespielt.

Als die Kinder nach dem Abendessen dann endlich im Bett lagen, hat sich Heidi der Hand(!)wäsche auf dem Dach der Residencia gewidmet, während Andy wie erwähnt Harry Potter lesen durfte.
Marco hat heute wieder ein paar Fortschritte gemacht: er hat zum ersten Mal eine Frage verneint (sonst sagt er ja nur zu allem "ya" oder nickt). Und sein erstes deutsches Wort hat er auch gesprochen: "Nein". Das hat er von uns inzwischen wohl schon oft genug gehört.
Francisco dagegen hat sich teilweise furchtbar eifersüchtig und schrecklich benommen. In ihm kochen wohl so langsam einige Sachen hoch...
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
So, und nun zum heutigen Freitag: Wir sind wieder ziemlich früh aus den Federn geschlüpft, um gleich um 9 Uhr bei RENIEC am Schalter zu stehen. Eigentlich müsste man dazu wohl so ab 7 Uhr Schlange stehen, aber mit zwei kleinen Kindern unter/auf dem Arm hat sich das wieder erübrigt. *grins*
Nur dummerweise wurden wir an dem entsprechenden Schalter abgewiesen, weil unser Auftrag (wg. Überlastung der Behörde) noch nicht erledigt war. Wir wurden in den zweiten Stock geschickt, um die beglaubigten Geburtsurkunden dort abzuholen. Aha. Seltsamerweise wurden wir dann aber nicht beim gleichen Eingang wie gestern reingelassen, sondern bei einer versteckten Seitentür, wo wir über zwei schmale Gänge dann direkt neben der Haupteingangstür rauskamen
Oben angekommen, erfuhren wir und die restliche Traube aufgebrachter Peruaner (die auch auf das "ab 9 Uhr"-Versprechen gezählt haben), dass wir uns erst mal so 15 Minuten (peruanische Minuten sind gewöhnlich mind. 2-3 mal so lang) gedulden sollten. Nachdem Heidi zu dem Zeitpunkt schon mit Marco unterwegs zum Aussenministerium war, um dort schon mal die Bankgebühren zu bezahlen, hat das mir und Francisco gar nicht so recht ins Konzept gepasst. Als die Dame am Schalter dann plötzlich auch noch eine Kopie der Adoptionsurkunde haben wollte, habe ich ihr das auch recht deutlich gesagt, woraufhin sie meinte, dass sie die Kopie dann halt schnell selber macht. Wofür sie zur Beglaubigung der Unterschrift einer Standesbeamtin aber die Adoptionsurkunde gebraucht hat, fragen wir uns jetzt noch. Vor allem, da auf der Geburtsurkunde nirgendwo vermerkt ist, dass es sich um Adoption handelt. Das hatte sie nur daraus gefolgert, dass sie erst 2,5 Jahre nach der Geburt ausgestellt wurde. Naja, uns ist es ja gottseidank ziemlich egal, wer alles von der Adoption weiß, aber so ganz korrekt war das wohl nicht von der Dame. Nur 30 Minuten später hatten wir dann endlich auch die Beglaubigungen in der Hand und ich bin mit Francisco auf den Schultern die 5 Häuserblöcke zum Aussenministerium getrabt. Schweissgebadet musste ich feststellen, dass Heidi und Marco leider noch gar nichts erreichen konnten, da man die Gebühren bei der Bank erst zahlen kann, wenn man eine Bearbeitungsnummer in der Hand hat. Also mussten wir uns halt doch zweimal an der (gottseidank nicht allzulangen) Schlange anstellen. Damit schien unser Traum geplatzt, heute noch rechtzeitig alles bei der deutschen Botschaft abliefern zu können (die lassen die Leute dort nämlich nur bis 11:30 Uhr rein). Doch dann kam die Überraschung: die Legalisation der Geburtsurkunden war schon um 10 Uhr fertig - nach nur 15 Minuten!
Also wir sofort ins Taxi und ab zur Botschaft. Dummerweise hab ich mich mit der Adresse vertan und dem Taxista "Avenida Arequipa 1438" statt "4238" gesagt. Da liegen ja auch nur 28 Häuserblöcke dazwischen.
Trotzdem waren wir dann schon um 10:30 Uhr in der Botschaft, wo uns unsere supernette Bekannte wieder köngiglich bedient hat! Womit haben wir das nur verdient? Sie hat uns auch daraufhingewiesen, dass wir vielleicht besser ein paar der zu beglaubigenden Dokumente zusammenfassen, damit's billiger wird. So mussten wir dann statt 3000 nur gute 2000 Soles (ca. 500 Euro) zahlen. Im Vergleich zu den Gebühren der peruanischen Ämter langen die Deutschen da ganz schön zu. *seufz* (40 Euro pro beglaubigte Unterschrift, selbst wenn auf allen Dokumenten der gleiche unterschrieben hat). Nur gut, dass man an den peruanischen Geldautomaten problemlos mit der deutschen EC-Karte US-Dollars abheben kann! Leider war dort in der Nähe aber kein Geldwechsler, so dass ich in der Bank wechseln musste. Der Kurs ist dort immer viel schlechter als auf der Straße! Interessanterweise habe ich heute aber festgestelllt, dass man selbst in der Bank handeln kann! Ein bisschen Wedeln mit $700 und ein missbilligender Blick auf den Kurs (3,16 Soles/Dollar) hat ausgereicht, um sie auf 3,195 hochzuhandeln. Ein Unterschied von immerhin 25 Soles, was hier ca. 5 Mittagessen entspricht.
Nachdem ich unser aus Deutschland abgehobenes und in Soles gewechseltes Geld dann in der deutschen Botschaft wieder abgeliefert hatte, damit die es zurückwechseln und wieder nach Deutschland schicken (kein Wunder, dass es den Banken so gut geht!), waren nicht nur unsere Brieftaschen total erleichtert. Denn damit hatten wir ALLE Formalitäten erledigt. Kurz vor dem Abflug im Dezember müssen wir nur noch das Visum in Marcos Pass reinkleben lassen und die legalisierten Dokumente wieder abholen, aber ansonsten ist nun nichts mehr zu erledigen. Kaum zu glauben, wie schnell das nun doch alles ging!

Nach einem herzlichen Dankeschön an unsere Bekannte und einem Abschiedsfoto standen wir dann vor der Botschaft und mussten erstmal ein Päuschen machen, um unsere restlichen Tage in Peru zu planen. Unser Beschluss: morgen noch einen Tag Ausruhen in Lima und dann am Abend mit dem Nachtbus ab nach Piura (ganz oben im Norden von Peru).
Gleichzeitig mit der Premiere (in München!) des Theaterstücks "Umdraat", bei dem ich (Andy) eigentlich mitspielen hätte dürfen/sollen, sind wir zum Busunternehmen "Línea" gefahren und haben uns die Tickets gekauft. Netterweise akzeptieren die inzwischen auch Kreditkarten, denn unser Bargeld ging für heute dann doch langsam zur Neige.
Den Nachmittag haben wir dann wirklich ganz ruhig angehen lassen, was für die Kinder nach der Rennerei auch dringend nötig war. Am Abend haben wir dann mal auf das Essen im Haus verzichtet und sind zu Fuß ins Zentrum von Lima gegangen, haben uns den Hauptplatz angeschaut und dann gleich dort abendgegessen. Auf dem Rückweg hat Marco auf Andys Schultern sitzen intensiv Franciscos und seinen eigenen Namen geübt, bei jedem Schritt: "Marco Fansico Marco Fansico ..."

Auch Francisco hat sich wieder ein bisserl mehr getraut, Spanisch zu sprechen. Zwar nicht mit anderen Peruanern, aber immerhin mit seinem Bruder!
Andy: "Frag doch mal den Marco, ob er Hunger hat."
Francisco: "Tengos hambre?"
Neue Fotos: http://familie.spiegl.de/fotos/2006-11-10.wieder.in.Lima/
Daher gibt's hier jetzt den Bericht von gestern und
heute. Es ist wirklich VIEL passiert! Wer nicht alles lesen will,
hier eine Zusammenfassung:Um 9:30 Uhr begann unsere Taxi-Rundfahrt durch alle Ämter in Lima. Überall standen wie üblich sehr viele Leute in ewig langen Schlangen an, aber dank unserer Kinder brauchten wir fast nirgends anstehen, puh! Denn Behinderte, Schwangere und Eltern mit kleinen Kindern dürfen hier immer vor. Eine wirklich nachahmenswerte Regelung!
Zuerst sind wir zu "Migraciones" gefahren, um einen Pass für Marco ausstellen zu lassen. Dazu brauchten wir vorher aber noch Fotokopien von unseren Pässen und mussten erst in der "Banco de la Nacion" eine Gebühr bezahlen. Zusammen mit diesen Zetteln wurden wir dann in die Halle "Revisión de Documentos" reingelassen. Nachdem wir eine noch fehlende Kopie (der Passseiten mit den Einreisestempeln) nachgeliefert hatten, durften wir mit unseren Kids an dem Wartesaal (mit bestimmt 200 Leuten - ca. 1-2 Std. Wartezeit) vorbeimarschieren und uns direkt an das Fensterchen stellen, wo Marcos Daten eingegeben wurden. Papa und Sohn mussten dort auch einen Fingerabdruck machen. Die Beamtin war aber leider nicht grad die hellste. Zum Beispiel hat sie ins Adressfeld "Distrikt Chancay" (weit weg von Lima!) statt "Straße Chancay" eingetragen und dann wollte sie unbedingt Heidis zweiten Vornamen "Maria" eintragen, weil ihr "Heidrun" zu kompliziert war. Es hat ein ganzes Weilchen gedauert, bis wir ihr klarmachen konnten, dass wir das so wirklich nicht in Ordnung finden. Sonst nehmen die peruanischen Behörden doch immer alles super genau!
Dann war Marco wieder selber gefragt: er musste kurz stillsitzen und in die richtige Richtung schauen, um ein (digitales) Foto von sich machen zu lassen. Und das war's dann auch schon. Nur 2 Stunden später bekamen wir seinen Pass ausgehändigt!
In der Zwischenzeit sind wir aber gleich weiter zu RENIEC gefahren, um dort die Unterschrift der Standesbeamtin in Cusco beglaubigen zu lassen. Auch dazu mussten wir wieder Vorarbeit leisten (diverse Fotokopien, Gebühren in der Bank) und durften dann aber wieder an all den langen Schlangen vorbei. Abholen konnten wir sie aber nicht am gleichen Tag, sondern erst morgen früh. Das ist aber schon viel besser als vor drei Jahren - da hat's noch zwei ganze Tage gedauert.
Da es jetzt erst 12 Uhr war, sind wir gleich noch zum Aussenministerium gefahren und haben 4 wichtige Dokumente in vielen Ausfertigungen zum Beglaubigen abgegeben. (insgesamt 23 Unterschriften zu je 21,93 Soles, uff)
Danach schnell ganz ohne Wartezeit bei "Migraciones" den fertigen Pass abgeholt und wieder "heim" zum Mittagessen und Siesta der Kinder.
Andy ist dann allein zum Aussenministerium gefahren, um die fertigen Beglaubigungen abzuholen und danach haben wir uns als letzte Aktion für heute noch bei einem der "offiziellen" Fotografen in einem ganz anderen Stadtteil Limas getroffen, um die geforderten "biometrietauglichen Fotos" für das deutsche Visum machen zu lassen. Das hat auch gut geklappt und war nicht mal sehr teuer (8 Soles (=2 Euro) für 2 Fotos).
Puh, damit war an diesem einen Tag schon mal sehr viel geschehen und wir beschlossen, uns noch ein bisschen in Miraflores zu erholen. Erst wollten wir unseren Jesuiten-Freund Sixto besuchen und ihm Marco vorstellen, aber der lag grad mit Grippe im Bett. Also sind wir ein bisserl am Ufer entlangspaziert und einen Spielplatz (wieder)entdeckt. Das war eine SEHR willkommene Abwechslung für Francisco und Marco. Marco hat den Sand erst SEHR skeptisch begutachtet und vorsichtshalber ein paar Tränen vergossen, aber war dann schnell ganz begeistert, hihi. Und schließlich haben wir dann noch ein paar Freunde aus dem Radio Marañón besucht, die inzwischen in Lima wohnen: Olinda und Carlos haben sich sehr gefreut, uns zu sehen und die Kinder haben auch nett miteinander gespielt.

Als die Kinder nach dem Abendessen dann endlich im Bett lagen, hat sich Heidi der Hand(!)wäsche auf dem Dach der Residencia gewidmet, während Andy wie erwähnt Harry Potter lesen durfte.
Marco hat heute wieder ein paar Fortschritte gemacht: er hat zum ersten Mal eine Frage verneint (sonst sagt er ja nur zu allem "ya" oder nickt). Und sein erstes deutsches Wort hat er auch gesprochen: "Nein". Das hat er von uns inzwischen wohl schon oft genug gehört.

Francisco dagegen hat sich teilweise furchtbar eifersüchtig und schrecklich benommen. In ihm kochen wohl so langsam einige Sachen hoch...
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
So, und nun zum heutigen Freitag: Wir sind wieder ziemlich früh aus den Federn geschlüpft, um gleich um 9 Uhr bei RENIEC am Schalter zu stehen. Eigentlich müsste man dazu wohl so ab 7 Uhr Schlange stehen, aber mit zwei kleinen Kindern unter/auf dem Arm hat sich das wieder erübrigt. *grins*
Nur dummerweise wurden wir an dem entsprechenden Schalter abgewiesen, weil unser Auftrag (wg. Überlastung der Behörde) noch nicht erledigt war. Wir wurden in den zweiten Stock geschickt, um die beglaubigten Geburtsurkunden dort abzuholen. Aha. Seltsamerweise wurden wir dann aber nicht beim gleichen Eingang wie gestern reingelassen, sondern bei einer versteckten Seitentür, wo wir über zwei schmale Gänge dann direkt neben der Haupteingangstür rauskamen

Oben angekommen, erfuhren wir und die restliche Traube aufgebrachter Peruaner (die auch auf das "ab 9 Uhr"-Versprechen gezählt haben), dass wir uns erst mal so 15 Minuten (peruanische Minuten sind gewöhnlich mind. 2-3 mal so lang) gedulden sollten. Nachdem Heidi zu dem Zeitpunkt schon mit Marco unterwegs zum Aussenministerium war, um dort schon mal die Bankgebühren zu bezahlen, hat das mir und Francisco gar nicht so recht ins Konzept gepasst. Als die Dame am Schalter dann plötzlich auch noch eine Kopie der Adoptionsurkunde haben wollte, habe ich ihr das auch recht deutlich gesagt, woraufhin sie meinte, dass sie die Kopie dann halt schnell selber macht. Wofür sie zur Beglaubigung der Unterschrift einer Standesbeamtin aber die Adoptionsurkunde gebraucht hat, fragen wir uns jetzt noch. Vor allem, da auf der Geburtsurkunde nirgendwo vermerkt ist, dass es sich um Adoption handelt. Das hatte sie nur daraus gefolgert, dass sie erst 2,5 Jahre nach der Geburt ausgestellt wurde. Naja, uns ist es ja gottseidank ziemlich egal, wer alles von der Adoption weiß, aber so ganz korrekt war das wohl nicht von der Dame. Nur 30 Minuten später hatten wir dann endlich auch die Beglaubigungen in der Hand und ich bin mit Francisco auf den Schultern die 5 Häuserblöcke zum Aussenministerium getrabt. Schweissgebadet musste ich feststellen, dass Heidi und Marco leider noch gar nichts erreichen konnten, da man die Gebühren bei der Bank erst zahlen kann, wenn man eine Bearbeitungsnummer in der Hand hat. Also mussten wir uns halt doch zweimal an der (gottseidank nicht allzulangen) Schlange anstellen. Damit schien unser Traum geplatzt, heute noch rechtzeitig alles bei der deutschen Botschaft abliefern zu können (die lassen die Leute dort nämlich nur bis 11:30 Uhr rein). Doch dann kam die Überraschung: die Legalisation der Geburtsurkunden war schon um 10 Uhr fertig - nach nur 15 Minuten!
Also wir sofort ins Taxi und ab zur Botschaft. Dummerweise hab ich mich mit der Adresse vertan und dem Taxista "Avenida Arequipa 1438" statt "4238" gesagt. Da liegen ja auch nur 28 Häuserblöcke dazwischen.

Trotzdem waren wir dann schon um 10:30 Uhr in der Botschaft, wo uns unsere supernette Bekannte wieder köngiglich bedient hat! Womit haben wir das nur verdient? Sie hat uns auch daraufhingewiesen, dass wir vielleicht besser ein paar der zu beglaubigenden Dokumente zusammenfassen, damit's billiger wird. So mussten wir dann statt 3000 nur gute 2000 Soles (ca. 500 Euro) zahlen. Im Vergleich zu den Gebühren der peruanischen Ämter langen die Deutschen da ganz schön zu. *seufz* (40 Euro pro beglaubigte Unterschrift, selbst wenn auf allen Dokumenten der gleiche unterschrieben hat). Nur gut, dass man an den peruanischen Geldautomaten problemlos mit der deutschen EC-Karte US-Dollars abheben kann! Leider war dort in der Nähe aber kein Geldwechsler, so dass ich in der Bank wechseln musste. Der Kurs ist dort immer viel schlechter als auf der Straße! Interessanterweise habe ich heute aber festgestelllt, dass man selbst in der Bank handeln kann! Ein bisschen Wedeln mit $700 und ein missbilligender Blick auf den Kurs (3,16 Soles/Dollar) hat ausgereicht, um sie auf 3,195 hochzuhandeln. Ein Unterschied von immerhin 25 Soles, was hier ca. 5 Mittagessen entspricht.
Nachdem ich unser aus Deutschland abgehobenes und in Soles gewechseltes Geld dann in der deutschen Botschaft wieder abgeliefert hatte, damit die es zurückwechseln und wieder nach Deutschland schicken (kein Wunder, dass es den Banken so gut geht!), waren nicht nur unsere Brieftaschen total erleichtert. Denn damit hatten wir ALLE Formalitäten erledigt. Kurz vor dem Abflug im Dezember müssen wir nur noch das Visum in Marcos Pass reinkleben lassen und die legalisierten Dokumente wieder abholen, aber ansonsten ist nun nichts mehr zu erledigen. Kaum zu glauben, wie schnell das nun doch alles ging!

Nach einem herzlichen Dankeschön an unsere Bekannte und einem Abschiedsfoto standen wir dann vor der Botschaft und mussten erstmal ein Päuschen machen, um unsere restlichen Tage in Peru zu planen. Unser Beschluss: morgen noch einen Tag Ausruhen in Lima und dann am Abend mit dem Nachtbus ab nach Piura (ganz oben im Norden von Peru).
Gleichzeitig mit der Premiere (in München!) des Theaterstücks "Umdraat", bei dem ich (Andy) eigentlich mitspielen hätte dürfen/sollen, sind wir zum Busunternehmen "Línea" gefahren und haben uns die Tickets gekauft. Netterweise akzeptieren die inzwischen auch Kreditkarten, denn unser Bargeld ging für heute dann doch langsam zur Neige.
Den Nachmittag haben wir dann wirklich ganz ruhig angehen lassen, was für die Kinder nach der Rennerei auch dringend nötig war. Am Abend haben wir dann mal auf das Essen im Haus verzichtet und sind zu Fuß ins Zentrum von Lima gegangen, haben uns den Hauptplatz angeschaut und dann gleich dort abendgegessen. Auf dem Rückweg hat Marco auf Andys Schultern sitzen intensiv Franciscos und seinen eigenen Namen geübt, bei jedem Schritt: "Marco Fansico Marco Fansico ..."

Auch Francisco hat sich wieder ein bisserl mehr getraut, Spanisch zu sprechen. Zwar nicht mit anderen Peruanern, aber immerhin mit seinem Bruder!
Andy: "Frag doch mal den Marco, ob er Hunger hat."
Francisco: "Tengos hambre?"
Neue Fotos: http://familie.spiegl.de/fotos/2006-11-10.wieder.in.Lima/
+2006-11-08 Mi 23:54
Guter Start in Lima
Heute vormittag haben wir Cusco
verlassen und sind nun wieder im lauten und größtenteils
sehr dreckigen Lima. Trotzdem ist es ein interessante Stadt, in der
wir uns inzwischen auch schon ziemlich heimisch fühlen. Das
Wetter in Cusco beim Abflug war ziemlich bewölkt, so dass uns
leider kein Blick mehr von oben auf Cusco gegönnt war. Marco
hat seinen allerersten Flug prima überstanden. Anfangs war ihm
die Sache schon noch ziemlich suspekt, aber dann hat er bald
Gefallen daran gefunden. Beim Aussteigen durften er und Francisco
dann auch noch ins Cockpit und auf dem Schoß des Copiloten
sitzen.

Wir sind dann gleich wieder mit dem Taxi (diesmal billiger: nur 15 Soles = ca. 4 Euro) in die "Residencia Chancay" der Carmeliter-Schwestern gefahren. Dort geht es uns sehr gut. Für nur $20 pro Tag haben wir ein großes Zimmer mit vier Betten (alles zusammengestellt, damit keiner rausfällt) und dazu Vollpension. Sogar 3 PCs mit DSL-Internetanschluss gibt es seit neuestem.
Am Nachmittag sind wir gleich zur Adoptionsstelle (SNA - MIMDES) gefahren, um die aus Cusco mitgebrachten Dokumente abzuliefern und neue zu unterschreiben und abzuholen. Diesmal ging alles ganz schnell. Wir haben diesmal sogar mit der Staatssekretärin für Adoptionen persönlich geredet, ziemlich viele Unterschriften geleistet und dann noch einige "copias fedatadas" (beglaubigte Kopien) für die weiteren Schritte (Pass und Visa) bekommen. Von dem für die Nachsorgeberichte zuständigen Beamten haben wir auch noch ein großes Lob für unsere pünktlichen und sehr korrekten Berichte (für Franciscos Adoption) während der letzten drei Jahre bekommen. Es hat uns schon ziemlich gewundert, dass das anscheinend leider nicht selbstverständlich ist.

So, jetzt fehlen uns "nur" noch Marcos Pass (in "Migraciones"), das Visum für die Einreise nach Deutschland und einige Beglaubigungen von der deutschen Botschaft (und dazu vorher beim Aussenministerium und nochmal vorher bei RENIEC). Beim Aussenministerium geht das innerhalb von 1-2 Stunden und uns wurde gesagt, dass RENIEC angeblich inzwischen auch viel schneller arbeitet, so dass wir alles doch noch diese Woche schaffen könnten, wow!
Wieder daheim fanden wir auch noch eine E-Mail von unserer netten Bekannten in der Botschaft vor und von der Visastelle - mit vielen wertvollen Tipps! Es läuft also alles super!
Nach dem Abendessen sind die Kinder schon um 8 Uhr ins Bett gefallen und sofort eingeschlafen. Andy hat sich mit unserem Laptop noch ins Internet gehängt und mal wieder für ein bisserl für KasCada gearbeitet. Dank Internetanschluss hier im Haus, hat er auch einiges erledigen können.
Heidi hat sich derweil mal wieder in den Harry Potter vertieft.
Neue Fotos: http://familie.spiegl.de/fotos/2006-11-08.von.Cusco.nach.Lima/

Wir sind dann gleich wieder mit dem Taxi (diesmal billiger: nur 15 Soles = ca. 4 Euro) in die "Residencia Chancay" der Carmeliter-Schwestern gefahren. Dort geht es uns sehr gut. Für nur $20 pro Tag haben wir ein großes Zimmer mit vier Betten (alles zusammengestellt, damit keiner rausfällt) und dazu Vollpension. Sogar 3 PCs mit DSL-Internetanschluss gibt es seit neuestem.
Am Nachmittag sind wir gleich zur Adoptionsstelle (SNA - MIMDES) gefahren, um die aus Cusco mitgebrachten Dokumente abzuliefern und neue zu unterschreiben und abzuholen. Diesmal ging alles ganz schnell. Wir haben diesmal sogar mit der Staatssekretärin für Adoptionen persönlich geredet, ziemlich viele Unterschriften geleistet und dann noch einige "copias fedatadas" (beglaubigte Kopien) für die weiteren Schritte (Pass und Visa) bekommen. Von dem für die Nachsorgeberichte zuständigen Beamten haben wir auch noch ein großes Lob für unsere pünktlichen und sehr korrekten Berichte (für Franciscos Adoption) während der letzten drei Jahre bekommen. Es hat uns schon ziemlich gewundert, dass das anscheinend leider nicht selbstverständlich ist.


So, jetzt fehlen uns "nur" noch Marcos Pass (in "Migraciones"), das Visum für die Einreise nach Deutschland und einige Beglaubigungen von der deutschen Botschaft (und dazu vorher beim Aussenministerium und nochmal vorher bei RENIEC). Beim Aussenministerium geht das innerhalb von 1-2 Stunden und uns wurde gesagt, dass RENIEC angeblich inzwischen auch viel schneller arbeitet, so dass wir alles doch noch diese Woche schaffen könnten, wow!
Wieder daheim fanden wir auch noch eine E-Mail von unserer netten Bekannten in der Botschaft vor und von der Visastelle - mit vielen wertvollen Tipps! Es läuft also alles super!
Nach dem Abendessen sind die Kinder schon um 8 Uhr ins Bett gefallen und sofort eingeschlafen. Andy hat sich mit unserem Laptop noch ins Internet gehängt und mal wieder für ein bisserl für KasCada gearbeitet. Dank Internetanschluss hier im Haus, hat er auch einiges erledigen können.
Heidi hat sich derweil mal wieder in den Harry Potter vertieft.

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+2006-11-07 Di 11:33
Endspurt in Cusco
Nach einer schlimmen Nacht (in
Franciscos Essen gestern Abend beim Mexikaner waren - trotz vielen
Nachfragens - kleine Käsestücke, die wir erst ganz zum
Schluss entdeckt haben) stehen wir ganz früh auf und sind wie
ausgemacht pünktlich um 8 Uhr beim Adoptionsbüro, um
zusammen zum Rathaus zu gehen und Marcos neue Geburtsurkunde zu
beantragen, aber es ist noch gar keiner da! Eine Viertelstunde
später erfahren wir, dass das Original der Adoptionsurkunde
noch nicht aus Lima angekommen ist und keiner weiß, wo es ist.
Wir gehen aber trotzdem mit der Sozialarbeiterin Elisabeth zur
"Municipalidad", aber wie erwartet rühren die dort
(verständlicherweise) ohne dem Original keinen Finger.
Elisabeth ringt ihnen aber das Versprechen ab, dass wir die
Geburtsurkunde heute noch bekommen (wir haben ja Flugtickets nach
Lima für morgen früh!), wenn wir die Resolución bis
15 Uhr bringen. Also gehen wir erstmal unverrichteter Dinge wieder
zurück zum Adoptionsbüro. 
Dann kommt die Anwältin Maria Teresa Muñoz ins Büro und sie weiß, dass das Original mit einem anderen Adoptivpaar heute um 10 Uhr aus Lima kommt. Falls das auch nicht klappen sollte, verspricht sie uns aber, mit dem befreundeten Bürgermeister direkt zu reden, so dass wir auf alle Fälle noch heute Marcos Geburtsurkunde bekommen. Hoffen wir's! Denn wenn wir den Flug umbuchen müssen, verlieren wir ca. $120 und vor allem einen ganzen Tag in Lima.
Um 9 Uhr fahren wir also wieder heim und warten auf den Anruf der Anwältin. Um 11:15 Uhr fragen wir mal telefonisch nach, aber sie haben noch überhaupt nichts von dem Neuankömmlingen gehört. Also kochen wir uns in unserer Unterkunft erstmal Spaghetti.
Plötzlich überbringt uns die "Hausdame" Etelvina die Nachricht vom Reisebüro gegenüber, dass unser morgiger Flug nicht um 7:30 Uhr sondern erst 10:30 Uhr geht. Die Fluggesellschaft "Starperu" macht sowas angeblich recht häufig. Na toll! Jetzt schaffen wir in Lima morgen halt nicht mehr so viel und müssen ganz sicher über das Wochenende dort bleiben, aber dafür wird's wenigstens in der Früh nicht so stressig.
Um 12:00 Uhr (genau während wir essen) kommt dann der ersehnte Anruf! Wir fahren so schnell wie möglich los. Um 12:20 Uhr rufen sie schon wieder an und wollen wissen, wo wir sind. Jetzt auf einmal pressiert's also.
Der Grund -
wie wir herausfinden - ist dass die Standesbeamten um 13 Uhr Mittag
machen und wir dann länger warten müssten.
Als wir um 12:30 Uhr im Rathaus von Wanchaq (Standesamt) sind, heisst es, dass die zuständige Standesbeamtin eigentlich schon seit 12 Uhr frei hat! Sie lässt sich aber gottseidank von Elisabeth dann doch noch überreden, Marcos Geburtsurkunde (plus 5 weitere Originale) auszustellen, puuh.
Um 13:45 Uhr sind wir fertig und gehen zurück zum Adoptionsbüro. Wir verabschieden uns, bestätigen den Empfang der Adoptions-Dokumente, die wir zurück nach Lima mitnehmen sollen, und fahren wieder heim. Es fängt an zu regnen, was schon wieder den lange versprochenen Spielplatz-Besuch (gestern war dort Ruhetag) gefährdet.
Aber alles in allem war dies ein erfolgreicher Tag! Jetzt können wir in Ruhe Siesta machen (Andy schreibt derweil Mails, um uns in Lima schon mal beim zentralen Adoptionsbüro und bei der deutschen Botschaft anzumelden), packen und nochmal irgendwo schön Abendessen gehen. Diesmal ohne Käse!!!
Neue Fotos: http://familie.spiegl.de/fotos/2006-11-06.Cusco/

Dann kommt die Anwältin Maria Teresa Muñoz ins Büro und sie weiß, dass das Original mit einem anderen Adoptivpaar heute um 10 Uhr aus Lima kommt. Falls das auch nicht klappen sollte, verspricht sie uns aber, mit dem befreundeten Bürgermeister direkt zu reden, so dass wir auf alle Fälle noch heute Marcos Geburtsurkunde bekommen. Hoffen wir's! Denn wenn wir den Flug umbuchen müssen, verlieren wir ca. $120 und vor allem einen ganzen Tag in Lima.
Um 9 Uhr fahren wir also wieder heim und warten auf den Anruf der Anwältin. Um 11:15 Uhr fragen wir mal telefonisch nach, aber sie haben noch überhaupt nichts von dem Neuankömmlingen gehört. Also kochen wir uns in unserer Unterkunft erstmal Spaghetti.
Plötzlich überbringt uns die "Hausdame" Etelvina die Nachricht vom Reisebüro gegenüber, dass unser morgiger Flug nicht um 7:30 Uhr sondern erst 10:30 Uhr geht. Die Fluggesellschaft "Starperu" macht sowas angeblich recht häufig. Na toll! Jetzt schaffen wir in Lima morgen halt nicht mehr so viel und müssen ganz sicher über das Wochenende dort bleiben, aber dafür wird's wenigstens in der Früh nicht so stressig.
Um 12:00 Uhr (genau während wir essen) kommt dann der ersehnte Anruf! Wir fahren so schnell wie möglich los. Um 12:20 Uhr rufen sie schon wieder an und wollen wissen, wo wir sind. Jetzt auf einmal pressiert's also.
Der Grund -
wie wir herausfinden - ist dass die Standesbeamten um 13 Uhr Mittag
machen und wir dann länger warten müssten.Als wir um 12:30 Uhr im Rathaus von Wanchaq (Standesamt) sind, heisst es, dass die zuständige Standesbeamtin eigentlich schon seit 12 Uhr frei hat! Sie lässt sich aber gottseidank von Elisabeth dann doch noch überreden, Marcos Geburtsurkunde (plus 5 weitere Originale) auszustellen, puuh.
Um 13:45 Uhr sind wir fertig und gehen zurück zum Adoptionsbüro. Wir verabschieden uns, bestätigen den Empfang der Adoptions-Dokumente, die wir zurück nach Lima mitnehmen sollen, und fahren wieder heim. Es fängt an zu regnen, was schon wieder den lange versprochenen Spielplatz-Besuch (gestern war dort Ruhetag) gefährdet.

Aber alles in allem war dies ein erfolgreicher Tag! Jetzt können wir in Ruhe Siesta machen (Andy schreibt derweil Mails, um uns in Lima schon mal beim zentralen Adoptionsbüro und bei der deutschen Botschaft anzumelden), packen und nochmal irgendwo schön Abendessen gehen. Diesmal ohne Käse!!!
Neue Fotos: http://familie.spiegl.de/fotos/2006-11-06.Cusco/
+2006-11-05 So 00:42
Brüder mit großem Herz
Noch in München hatten Andy und
Francisco (beim Zähneputzen) die Idee, dem Marco ein
Wiesn-Herzerl mitzubringen. Andy hat vorgeschlagen, dass wir
"Bienvenido a la Familia" draufschreiben, aber Francisco meinte:
"Unser anderer Spatz"
Total gerührt sind wir dann gleich am nächsten Tag nochmal auf's Oktoberfest gegangen und haben so ein Herzerl anfertigen lassen. Francisco hat dann auch noch eins bekommen mit der Aufschrift "Spatzl i mog di" (die Auswahl an milchfreien Lebkuchenherzerl ist leider nicht so groß, aber direkt gegenüber vom Löwenbräu-Zelt haben wir einen Stand gefunden, der milchfreie Herzerl hat. Er ist angeblich jedes Jahr an dieser Stelle!) und beide wurden selbstverständlich in den Koffer gepackt.
Und nachdem wir ja gestern den endgültigen Bescheid bekommen haben, dass wir Marco adoptiert haben, haben wir heute die paar sonnigen Momente für eine Fotosession ausgenutzt:

Mehr Fotos davon: http://familie.spiegl.de/fotos/2006-11-04.unser.anderer.Spatz/
Total gerührt sind wir dann gleich am nächsten Tag nochmal auf's Oktoberfest gegangen und haben so ein Herzerl anfertigen lassen. Francisco hat dann auch noch eins bekommen mit der Aufschrift "Spatzl i mog di" (die Auswahl an milchfreien Lebkuchenherzerl ist leider nicht so groß, aber direkt gegenüber vom Löwenbräu-Zelt haben wir einen Stand gefunden, der milchfreie Herzerl hat. Er ist angeblich jedes Jahr an dieser Stelle!) und beide wurden selbstverständlich in den Koffer gepackt.
Und nachdem wir ja gestern den endgültigen Bescheid bekommen haben, dass wir Marco adoptiert haben, haben wir heute die paar sonnigen Momente für eine Fotosession ausgenutzt:

Mehr Fotos davon: http://familie.spiegl.de/fotos/2006-11-04.unser.anderer.Spatz/
+2006-11-03 Fr 16:51
Machupicchu
Was macht man eine Woche lang in
Cusco mit zwei kleinen Kindern? Nach längerem Überlegen
beschlossen wir am Dienstag, tatsächlich einen Ausflug nach
Machupicchu zu machen. Francisco hat schon viel davon gehört
und schon Bilder gesehen und freut sich sehr, selber dorthin zu
kommen.
Für insgesamt $300 haben wir in einem der vielen Reisebüro die Zugfahrt, Busfahrt, Eintritt ($40!) und 1 Übernachtung gebucht. Am Mittwoch mussten wir schon um 5 Uhr aufstehen, puh. Nach 4 Stunden und 110km abenteuerlicher Zugfahrt kamen wir in Aguas Calientes an und nach einem Mittagessen direkt neben den Schienen (s. Foto) fuhren wir die kurvige Strecke nach Machupicchu hinauf. Das Wetter war super, so dass es sich von seiner schönsten Seite zeigte! Wir spazierten den ganzen Nachmittag durch die Ruinenstadt.




Der Abend war dementsprechend kurz: schnell noch in einer der 1000 Pizzerias Abendessen und dann erst die Kinder ins Bett und bald darauf auch wir - ausser Billardspielen (auf seltsamen Tischen mit viel zu engen Löchern) ist hier sonst nicht viel geboten.
Am Donnerstag war es den ganzen Tag bewölkt und es regnete fast immer. Wir waren sehr froh, dass wir schon gestern in Machupicchu waren und weichten uns lieber in dem gesunden Wasser der Baños Termales ein.

Nach dem Mittagessen blieb uns gerade noch Zeit für einen Spaziergang durch den Ort und dann schaukelten wir schon wieder 4,5 Stunden lang zurück nach Cusco. Die Kinder waren dann hundemüde (im Zug schlafen wollten sie nicht - ist ja viel zu spannend :-). Wir konnten ihnen gerade noch ein bisserl was zu Essen reinstopfen und dann ab ins Bett! Ein sehr schöner Ausflug ging zu Ende.

Heute, Freitag, haben wir uns die "Resolución", den Adoptionsbescheid, im Adoptionsbüro abgeholt. Leider natürlich - wie befürchtet - mit den Namen "Heidrun Kaufmann" und dementsprechend "Marco Spiegl Kaufmann". Grmppff. Die Geburtsurkunde zähle hier einfach mehr als der Pass. Nach einer weiteren langen Diskussion, die aber wieder zu nichts führte, haben wir vorerst aufgegeben. Wenn in der Zentrale in Lima auch nichts zu machen ist, müssen wir uns halt daheim in Deutschland um eine Namensänderung bemühen, aber das kann ja bekanntlich Jahre dauern...
Nun müssen wir zwei Werktage (also bis Dienstag) warten, um uns und anderen die Gelegenheit zu geben, Widerspruch einzulegen (wg. den Namen werden wir das nicht tun, auch wenn wir viel Lust dazu hätten, aber das würde alles um Wochen bis Monate verzögern, und wir dürften Peru dann nicht einmal verlassen). Am Dienstag beantragen wir dann die neue Geburtsurkunde und wenn alles gut geht, bekommen wir sie sogar noch am selben Tag. Das würde heissen, dass wir am Mittwoch oder Donnerstag nach Lima zurückfliegen könnten. Drückt uns die Daumen, dass alles weiterhin so gut klappt.
Heidi ist jetzt mit den Kindern nochmal zur Ärztin, die uns netterweise die komplette Krankengeschichte von Marco aufgeschrieben hat und geht dann mit ihnen auf den Spielplatz. Ich arbeite derweil mal wieder ein bisschen in einem Internet-Cafe.
So weit aus Cusco. Heute abend werden wir die Fotos von unserem Ausflug aussortieren, damit ihr wieder was zum Anschauen habt.
Übrigens: zum Lesen des neuen(*) Harry Potter kommen wir noch kaum. Mit zwei Kindern ist man erst mal ganz gut beschäftigt...
Mehr Fotos zu unserem Ausflug: http://familie.spiegl.de/fotos/2006-11-01.Ausflug.Machupicchu/
(*) nicht brandneu, aber neu für UNS, da wir bis zu unserer Perureise warten mussten, bis wir die Ausgabe für Lateinamerika kaufen konnten. Denn Amazon.com.pe gibt's leider noch nicht.
Für insgesamt $300 haben wir in einem der vielen Reisebüro die Zugfahrt, Busfahrt, Eintritt ($40!) und 1 Übernachtung gebucht. Am Mittwoch mussten wir schon um 5 Uhr aufstehen, puh. Nach 4 Stunden und 110km abenteuerlicher Zugfahrt kamen wir in Aguas Calientes an und nach einem Mittagessen direkt neben den Schienen (s. Foto) fuhren wir die kurvige Strecke nach Machupicchu hinauf. Das Wetter war super, so dass es sich von seiner schönsten Seite zeigte! Wir spazierten den ganzen Nachmittag durch die Ruinenstadt.




Der Abend war dementsprechend kurz: schnell noch in einer der 1000 Pizzerias Abendessen und dann erst die Kinder ins Bett und bald darauf auch wir - ausser Billardspielen (auf seltsamen Tischen mit viel zu engen Löchern) ist hier sonst nicht viel geboten.
Am Donnerstag war es den ganzen Tag bewölkt und es regnete fast immer. Wir waren sehr froh, dass wir schon gestern in Machupicchu waren und weichten uns lieber in dem gesunden Wasser der Baños Termales ein.

Nach dem Mittagessen blieb uns gerade noch Zeit für einen Spaziergang durch den Ort und dann schaukelten wir schon wieder 4,5 Stunden lang zurück nach Cusco. Die Kinder waren dann hundemüde (im Zug schlafen wollten sie nicht - ist ja viel zu spannend :-). Wir konnten ihnen gerade noch ein bisserl was zu Essen reinstopfen und dann ab ins Bett! Ein sehr schöner Ausflug ging zu Ende.

Heute, Freitag, haben wir uns die "Resolución", den Adoptionsbescheid, im Adoptionsbüro abgeholt. Leider natürlich - wie befürchtet - mit den Namen "Heidrun Kaufmann" und dementsprechend "Marco Spiegl Kaufmann". Grmppff. Die Geburtsurkunde zähle hier einfach mehr als der Pass. Nach einer weiteren langen Diskussion, die aber wieder zu nichts führte, haben wir vorerst aufgegeben. Wenn in der Zentrale in Lima auch nichts zu machen ist, müssen wir uns halt daheim in Deutschland um eine Namensänderung bemühen, aber das kann ja bekanntlich Jahre dauern...

Nun müssen wir zwei Werktage (also bis Dienstag) warten, um uns und anderen die Gelegenheit zu geben, Widerspruch einzulegen (wg. den Namen werden wir das nicht tun, auch wenn wir viel Lust dazu hätten, aber das würde alles um Wochen bis Monate verzögern, und wir dürften Peru dann nicht einmal verlassen). Am Dienstag beantragen wir dann die neue Geburtsurkunde und wenn alles gut geht, bekommen wir sie sogar noch am selben Tag. Das würde heissen, dass wir am Mittwoch oder Donnerstag nach Lima zurückfliegen könnten. Drückt uns die Daumen, dass alles weiterhin so gut klappt.
Heidi ist jetzt mit den Kindern nochmal zur Ärztin, die uns netterweise die komplette Krankengeschichte von Marco aufgeschrieben hat und geht dann mit ihnen auf den Spielplatz. Ich arbeite derweil mal wieder ein bisschen in einem Internet-Cafe.
So weit aus Cusco. Heute abend werden wir die Fotos von unserem Ausflug aussortieren, damit ihr wieder was zum Anschauen habt.
Übrigens: zum Lesen des neuen(*) Harry Potter kommen wir noch kaum. Mit zwei Kindern ist man erst mal ganz gut beschäftigt...
Mehr Fotos zu unserem Ausflug: http://familie.spiegl.de/fotos/2006-11-01.Ausflug.Machupicchu/
(*) nicht brandneu, aber neu für UNS, da wir bis zu unserer Perureise warten mussten, bis wir die Ausgabe für Lateinamerika kaufen konnten. Denn Amazon.com.pe gibt's leider noch nicht.