schon wieder Abschied
Paco ist genial! Nachdem er ja von fast allem, was es in Jaén
so an ONGs (Nicht-Regierungs-Organisationen) gibt, Direktor ist
oder schon mal war, hat er uns ohne Probleme ein Auto organisiert,
um zum Ackergrundstück von Juan Guevara zu fahren. Er leiht
uns den Jeep der Caritas, samt Chauffeur!
Gleich in der Früh haben wir Juan und ein paar seiner Kinder
(Gamaniel hat heute Geburtstag!) eingeladen und sind ca. 45 Minuten
über Stock und Stein zu seinem Acker gefahren. An der
Ortschaft "Lomo Santa" vorbei bis "Vista Alegre". Dort waren wir
überrascht, dass er sogar ein einfaches Haus auf einem Teil
seines Grunds hat. Mit Garten dazu, auf dem schon viele
Obstbäume stehen. Das erspart ihm schon ein paar Soles
für das Essen seiner großen Familie und hebt
außerdem sicher auch die Qualität an. Strom gibt es dort
oben noch keinen, aber es werden grad Leitungen vom Wasserkraftwerk
in Jaén raufverlegt.
Dann mussten wir erst noch ca. 20min absteigen, um zu seinem
wirklich ziemlich großen zweiten Grundstück zu kommen.
Nur gut, dass es heute bewölkt und nicht ganz so heiß ist
wie sonst! Der Weg und überhaupt der ganze Acker ist ziemlich
steil, aber Juan sagt: "Andere sind noch steiler." Hier wuchs
ausser einigen Obstbäumen (Guava, Orange, Zapote, Banane,
Chirimoya, Kakao) noch nichts.
Zusammen mit Tagelöhnern hat er heuer erst das Unkraut
gejätet und dann je zwei Kaffeesetzlinge in ca. 7000
"Löcher" eingepflanzt.
Seitdem pflegt er zusammen mit der Familie und Freunden alles
allein. Im November hatte er seinen Jahresurlaub und war praktisch
nur dort oben. Der untere Teil ist noch schön gejätet,
aber sonst wuchert überall schon wieder das Unkraut. Ohne
fremde Hilfe kommt er da einfach nicht mehr nach! Wir haben ihm
aber gleich jede Hoffnung genommen, über unser Hilfsprojekt
nochmal Geld dafür zu bekommen. Immerhin hat er uns gleich
zweimal hintereinander enttäuscht und seine Versprechen nicht
gehalten, indem der die Gelder für die Hausreparatur komplett
in seinen Acker gesteckt hat. *seufz*
Nach 3-4 Jahren wird er die erste Kaffeeernte haben, wenn alles gut
geht. Danach steht er finanziell viel besser da. Wir drücken
ihm dafür ganz fest die Daumen!
Nach ca. 45min Aufstieg waren wir mittags wieder beim Auto. Die
Kinder sind auf der Rückfahrt vor Erschöpfung
eingeschlafen - dabei haben WIR sie doch getragen!
In Jaén hat uns ganz überraschend Zoila aus Chiclayo
angerufen: der Artikel über uns und Franciscos Adoption ist
schon heute in der "La República" erschienen. Wir haben uns
natürlich gleich ein Exemplar gekauft und tatsächlich:
eine ganze Doppelseite mit großem Foto von uns! Per Mail haben
wir's inzwischen auch als
PDF
bekommen.
Am Nachmittag haben wir dann noch weitere, aber gar nicht so
schöne Überraschung erlebt. Die Laborergebnisse haben
ergeben, dass inzwischen ALLE vier von uns Parasiten haben!!! Andy
und Heidi ganz nette Würmer ("ascaris lumbricoides"), die
angeblich ca. 20cm lang werden. Francisco und Marco "nur"
normalgroße "giardia lambris", aber trotzdem nehmen wir jetzt
alle das gleiche Medikament. Tja, das sind leider die
unschönen Nebenwirkungen des heissen Klimas und der schlechten
Wasserqualität. Dabei haben wir wirklich gut aufgepasst.
Da wir deshalb gleich noch in die Apotheke mussten sind wir mit
einer halber Stunde Verspätung zum Treffpunkt im "Las Esteras"
gekommen, wohin wir viele unserer Freunde für heute zum
Abendessen eingeladen hatten. Juan hat gesagt: "Sie sind schon
richtige Peruaner", weil die's meistens ja auch nicht so genau mit
der Uhrzeit nehmen.
Die Feier war wirklich sehr sehr nett. Es waren da: Félix und
Rubetti mit ihren Töchtern Kathy und Milagros, der
dienstälteste Radio-Mitarbeiter Homero, Lucha mit Tochter
Carolina, Licha, Carlos Cruz, Audina mit Söhnen Rony und
Jean-Carlos, Don Juan, Ralph, Paco, José Carrasco und auch der
neue deutsche
JMV-Freiwillige
Udo Haufe.
José hat gleich als erstes den Zeitungsartikel über uns
laut vorgelesen, hehe. Dann haben wir gut gegessen, Bier und
"Gaseosas" getrunken und viel Spaß gehabt. Leider war ziemlich
laute Musik, aber Homeros Sohn Homero "animiert" dort an den
Wochenenden und hat uns natürlich speziell
gegrüßt.
Tja, Abschiedfeiern heißt, dass es nun wirklich schon wieder
dem Ende zugeht. Aber ein paar Tage bleiben uns ja noch.
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